Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufschwung in NRW
Tommi NRW
29.08.2006, 12:40
Artikel der Westfalenpost (http://www.westfalenpost.de/wp/wp.politik.volltext.php?kennung=on1wpPOLWelNationa l38955&zulieferer=wp&kategorie=POL&rubrik=Welt®ion=National&auftritt=WP&dbserver=1)
Das ist eine schallende Backpfeife an jeden Arbeitsuchenden in NRW.
Ich frage mich, wo diese Firmen ihre Arbeitsangebote preisgegeben haben um zu dieser Aussage kommen zu können?
[Ironie an]
Empfehlenswert wären Bahnhofstoiletten als Stellenaushang. Damit hätte man dann die ALG2-Empfänger auch gleich an ihrem künftigen Einsatzort als Sheriff und somit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
[Ironie aus]
Gruß Tommi, der letzte Woche wieder eine Absage wegen "Überqualifikation" erhalten hat.
StephanK
29.08.2006, 13:37
Gruß Tommi, der letzte Woche wieder eine Absage wegen "Überqualifikation" erhalten hat.Versuchs doch mal mit einem "frisierten" Lebenslauf. Dann war's halt kein Studium, sondern "Wilde Jahre - braucht man als junger Mann" oder so... :wink:
Zu dick aufgetragen wäre aber wahrscheinlich eine Angabe wie "1987-1992 Erlangung der Erkenntnis, dass Kapitalismus das allertollste ist" :cool:
Ich bin zwar nicht religiös, aber gelegentlich möchte ich manchen Arbeitgebern zurufen: Nur Gott schuf Menschen nach seinem Bilde!
P.S. Ganz lange URLs wie für den WP-Artikel bitte "verpacken", sonst werden die Fenster so breit, dass das Lesen lästig wird. Danke!
Powerplay
29.08.2006, 15:40
Leider stimmt aber auch vieles in dem artikel....
Hartz IV hat die meisten so tief runtergewirtschaftet,das an Arbeitsaufnahme
nicht zu denken ist.
Jeder dritte der 700 000 mittelständischen Betriebe will in den nächsten sechs Monaten Mitarbeiter einstellen.
Sie wollen, davon das sie es auch bei passenden Bewerbern tun werden, steht da nichts...
InquisitorII
29.08.2006, 16:20
Es ist schon so, dass Mensch mit 345Euro heutzutage nicht existieren kann.
Ich möchte aber nicht auf mir persönlich sitzen lassen, dass an eine Arbeitsaufnahme nicht zu denken ist...
Es ist immer noch so, dass aufgrund meines Vorsprungs kein Chef mein Chef sein kann, sondern bestenfalls nur mein Arbeitskollege, oder Freund oder Mitstreiter, womit aber nur der ein Problem hat, denn er ist 15 Jahre jünger und kann mir nicht das Wasser reichen - in vielen Dingen, nicht nur fachlich. Das einzige was so einer vielleicht besser kann ist naiv in die Welt blicken.
Die letzte Entwicklung dazu hat das Greencard-Geschwätz doch widerlegt.
Letzendlich spielt das aber gar keine so grosse Rolle. Schliesslich fliesst das Wasser den Berg hinunter. Wenn es wegen einer Depression nichts zu erwirtschaften gibt, dann helfen auch keine Hochqualifizierten.
Ich finde, man muss auch kapieren, dass ein Arbeitnehmer etwas produziert, was allen zu Gute kommt und wenn es nur Sozialabgaben sind. Die Logik ist weitverbreitet, dass Arbeitnehmer grundsätzlich nur Geld kosten und keines verdienen. Das wundert mich nicht, bei dem was die so machen.
Tommi NRW
02.09.2006, 14:29
StephanK schrieb folgendes:
P.S. Ganz lange URLs wie für den WP-Artikel bitte "verpacken", sonst werden die Fenster so breit, dass das Lesen lästig wird. Danke!
Sorry, das ist mir danebengegangen...habe mich selber darüber geärgert, als ich es nach dem Abschicken sah :shock: .
StephanK schrieb folgendes:
Versuchs doch mal mit einem "frisierten" Lebenslauf. Dann war's halt kein Studium, sondern "Wilde Jahre - braucht man als junger Mann" oder so...
So ähnlich habe ich das schon probiert. Dann aber stört sich der AG an der Lücke.... :-x
Den meisten Firmen kann man es überhaupt nicht recht machen.
Die Arbeitgeber haben häufig derart verschrobene Vorstellungen zu den Fähigkeiten eines Bewerbers, dass sie den zum Anforderungsprofil passenden Mitarbeiter gar nicht finden können.
Da werden Stellen beschrieben, die von einem Bewerber unzählige Weiterbildungen fordern.
Wenn es dann mal recht gut passt, ist man aber zu alt.
Auch bei der Angabe, dass der neue Mitarbeiter bis 50 Jahre alt sein darf, ist man bereits mit Ende 30 zu alt.
Derartige Stellenanzeigen dienen ebenfalls der Hetze gegen Abeitslose. Ich mutmasse, dass dies von den Arbeitgebern auch so gewollt ist und solche Stellenanzeige nur aus diesem Grund geschaltet werden.
Als Krönung dieser bösen Arbeitgeberstreiche sehe ich den o.g. Artikel an.
Das es manch einem Menschen dank Hartz IV nicht mehr möglich ist, eine Arbeit aufzunehmen, kann ich mir vorstellen.
Das ist nicht zwangsläufig so, wird aber bei einem gewissen Prozentsatz schon zutreffen.
Ich picke mir mal als einen möglichen Punkt die Mobilität als ALG2-Empfänger heraus.
Gerade in ländlichen Gegenden ist die zwangsläufige Einbuße des Pkw durch Hartz IV fatal.
Als eine der Stellenvorraussetzungen wird nicht selten der eigene Pkw gefordert.
Wenn nicht in der Stellenbeschreibung aufgeführt, so ist der eigene Pkw fast immer ein Punkt im Vorstellungsgespräch oder Personalfragebogen.
Ein Arbeitgeber wird es nicht in Kauf nehmen, dass sein neuer Mitarbeiter z.B. Samstags zu den Überstunden nicht erscheinen kann, weil das öffentliche Verkehrsmittel des Dorfes da nicht fährt.
An Schichtarbeit ist gar nicht zu denken.
Bei der heute üblichen geringen Entlohnung, gerade als sog. "Wiedereinsteiger", bekommt man von einer Bank keinen Cent um sich ein notdürftig laufendes Auto zuzulegen.
Hat man da kein unterstützendes Familienmitglied oder einen guten Bekannten, sieht es sehr bitter aus.
Gruß Tommi
Seebarsch
02.09.2006, 17:27
Ich habe es hier vor einiger Zeit schon einmal hier geschrieben.
Ich halte 95 % der Stellenanzeigen in den Zeitungen für totalen Quatsch, da sie nicht der Werbung für neue Arbeitskräfte dienen, sondern lediglich der Werbung für den Betrieb !
Da soll dann zum Ausdruck kommen, dass der Betrieb expandiert und ausschliesslich besonders qualifiziertes Personal beschäftigt.
Nach meinen eigenen Erfahrungen werden 80 % Stellen der Stellen durch Mundpropaganda besetzt.
Ausschlaggebend ist oftmals nicht so sehr die Qualifikation, sondern der Eindruck den Bewerber auf den Einsteller macht. Wenn der den Eindruck hat, dass der Bewerber in den Betrieb passt, dann kommt er auch zum Zuge.
Die Einsteller oder Personalchefs wissen sehr wohl, dass schriftliche Bewerbungen fast nichts über den Bewerber aussagen !
Der ganze schriftliche Bewerbungsquatsch ist Blödsinn !
Ausschlaggebend ist der persönliche Kontakt !
Hier ist es meiner Meinung nach das Beste, initiativ in den Betrieb zu gehen und sich selbst vorzustellen. Da die meisten Arbeitslosen das nicht tun, wird jeder Personalchef neugierig ! Der wird dem Bewerber dann auch die nötige Ernsthaftigkeit und den Willen unterstellen.Kann er ihn zur Zeit nicht einstellen, wird er sich den aber vormerken.
Auch die Personalchefs wissen, dass ein Grossteil der schriftlichen Bewerbungen letztendlich nur auf Druck der Agentur oder ARGE zu stande kommen !
8)
Tommi NRW
03.09.2006, 17:27
Seebarsch schrieb folgendes:
Ich halte 95 % der Stellenanzeigen in den Zeitungen für totalen Quatsch, da sie nicht der Werbung für neue Arbeitskräfte dienen, sondern lediglich der Werbung für den Betrieb !
Da soll dann zum Ausdruck kommen, dass der Betrieb expandiert und ausschliesslich besonders qualifiziertes Personal beschäftigt.
Genau so ist es und verhält sich auch mit den Stellenanzeigen im Internet (z.B. arbeitsagentur.de) nicht anders.
Ich wünschte mir auch dazu mal Schlagzeilen auf der ersten Seite einer grösseren Zeitung.
Seebarsch schrieb folgendes:
Der ganze schriftliche Bewerbungsquatsch ist Blödsinn !
Ausschlaggebend ist der persönliche Kontakt !
Hier ist es meiner Meinung nach das Beste, initiativ in den Betrieb zu gehen und sich selbst vorzustellen.
Dem kann ich auch nur zustimmen. Die meisten Arbeitsplätze habe ich bisher nur durch eine persönliche Vorstellung bekommen, was sich allerdings häufig schwieriger gestaltet, als gedacht.
Abgesehen davon, dass es sich viele ALG2-Bezieher nicht mehr leisten können, mit dem Auto (insofern sie noch eines haben) regelmässig Firmen abzuklappern, wird man an der Firmenpforte nicht mehr durchgelassen.
Da gibt es dann 3 gängige Varianten:
1) Blickkontakt findet nicht statt. Aus einer Sprechanlage tönt es: "Es tut uns...knacks...leid, aber wir...knacks...stellen derzeit niemanden ein...knacks und klack".
2) Blickkontakt findet nicht statt. Per Surrer wird die Eingangstüre in einen Vorraum mit gefüllten Schaukästen der Produktpalette geöffnet. Auf einem Tisch steht ein Telefon mit Zettel (in besseren Betrieben ist es eine Kunststofftafel)auf dem/der steht:"Bitte xxx anrufen".
Hat man dies getan und seinen Wunsch nach Arbeit preis gegeben, erhält man die gleiche Antwort wie unter Punkt 1.
3) Blickkontakt findet mit dem Pförtner in der klassischen Pförtnerkabine statt. Vorbeigelassen wird man ebenfalls nicht. Man erhält lediglich die Information, dass derzeit niemand eingestellt wird.
Hat man diese Hürden überwunden (Wenn vorhanden, z.B. durch den Lieferanteneingang in die Firma gehen und nach dem Chef oder Vorgesetzten fragen.) und steht plötzlich vor dem verdutzen Chef, erhält man auch von ihm die Antwort:"Es tut mir leid, Herr xxxxx, aber wir stellen derzeit niemanden ein". Bei der Aussage: "Lassen Sie mir bitte Ihre Unterlagen da, sobald wir eine Position frei haben, werden Sie benachrichtigt.", bleibt es mittlerweile auch. Selbst bei wiederholter Nachfrage meinerseits, gibt es heute keinen positiven Bescheid mehr.
Bis vor ungefähr 3 Jahren hat diese etwas aufdringlichere Methode fast immer funktioniert.
Interessant ist, wenn man mal Firmen persönlich "überfällt", die aktuell in Zeitung oder Internet eine Stellenanzeige geschaltet haben und einem dann an der Pforte mitteilen "Wir stellen niemanden ein". Bei Rückfragen meinerseits an der Sprechanlage hiess es schon, dass es sich bei der Stellenanzeige um einen Irrtum handeln müsse!
Wäre es nicht schön, wenn wir volksfreundliche Medien hätten, die mal in dieser Richtung rechechieren würden und entsprechenden Betrieben vor laufender Kamera einen Preis (ähnlich dem "Fass ohne Boden") übergeben würden?
Dann gäbe es zumindest mehrere dauerhafte Arbeitsplätze, bei einem Hersteller dieser Fässer :twisted: .
Gruß Tommi
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