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Forumadmin
13.07.2005, 13:58
Allgemeines zum Umgang mit AA/ARGE/Jobcenter usw.

Ganz egal, ob Du mit der Arbeitsagentur, eine ARGE zu tun hast, mit einem kommunalen Jobcenter oder wie diese Behörden je nach Ort heißen mögen,
ein paar Grundregeln im Umgang damit gelten immer und überall:

1) Vergiss, dass Du ein Telefon hast.
Telefonieren ist nur ganz selten ein geeigneter Kommunikationsweg, um mit einer Behörde etwas zu klären. Es ist meistens schwierig, die richtige (zuständige) Person zu bekommen, diese Person hat dann Deine Akten nicht vorliegen oder kann sie nicht am PC aufrufen usw.
Zum Teil liegt das an der Organisation der Behörden, zum Teil aber auch einfach daran, dass es für einen Behördenmitarbeiter wirklich schwierig ist, sich in null-komma-nix auf Deine womöglich recht komplizierte Situation einzustellen und alles im Kopf zu haben, was evtl. schon abgelaufen ist.

Ausnahme: wenn Du in einer ländlichen Region wohnst und einen sehr weiten Weg zur Behörde hast.

Aber auch dann ist es meistens besser, am Telefon nur einen festen Gesprächstermin zu vereinbaren und dann die Sache vor Ort und im direkten Gegenüber zu klären.

2) Geh gut vorbereitet zur Behörde.
Lies Dir Bescheide usw. vorher noch mal genau durch, notiere Dir genau die Punkte, die Dir unklar sind oder bei denen Du meinst, dass etwas falsch entschieden worden ist.
Im letzteren Fall schreibe Dir Deine Argumente wenigstens stichwortartig auf. Wwenn Du meinst, dass es bei einer Sache auf genaue Formulierungen ankommt, notiere Dir auch diese.
Es ist kein bisschen peinlich, im Gespräch mit Behördennmitarbeitern mal auf so einen Spickzettel zu gucken. Dein Gegenüber macht das schließlich auch sehr oft.

3) Geh nicht allein zur Behörde.
Wenn Du Freunde, Verwandte oder Bekannte hast, die bereit sind, Dich zu begleiten, nimm eine/n (nicht mehr!) mit.
Falls ein Behördenmitarbeiter darüber meckert: Du bist dazu berechtigt, einen "Beistand" mitzunehmen (§ 13 Abs. 4 SGB X [10]).
Außer wenn er/sie sich viel besser auskennt als Du selbst sollte er/sie sich möglichst auf eine zuhörende Rolle beschränken, denn seine/ihre Äußerungen gelten ebenso viel, wie wenn Du sie selbst getan hättest.

4) Du musst nicht akzeptieren, dass unbeteilige Dritte mithören können (ein häufiges Problem in Job-Centern).
Oft kommen Einzelheiten zur Sprache, die niemanden etwas angehen. Weise dann freundlich, aber bestimmt auf den Sozialdatenschutz hin und verlange, dass das Gespräch in einer Umgebung weitergeführt wird, in der die Diskretion gewahrt wird.
Darauf hast Du ein Recht.

5) Bestehe auf klare, verbindliche Aussagen.
Nicht alles lässt sich sofort vor Ort entscheiden, aber ein "vielleicht geht das", "das sieht leider nicht gut für Sie aus" oder ähnliche Larifari-Aussagen helfen Dir auch nicht weiter.
Wenn zusätzliche Unterlagen von Dir verlangt wurden, frag nach, ob die Unterlagen jetzt vollständig sind (und wenn nicht, welche genau noch fehlen).
Wenn Dir gesagt wird, etwas müsse noch näher geprüft werden, frag nach, wie lange das dauern wird (und nötigenfalls, ob nicht etwas genauere Angaben möglich sind).
Wenn Dir etwas abgeschlagen wird, frag nach, ob das jetzt eine verbindliche Entscheidung sei und - falls ja - ob Du das schriftlich bekommen kannst (ist nicht vorgeschrieben, aber immer besser!).
Wenn Du es nicht schriflich bekommst, schreib es Dir sofort möglichst genau auf.

Nicht nur schriftliche Erklärungen der Behörde sind verbindlich, auch mündiche!

6) Bleib ruhig, auch wenn Dich etwas ärgert.
Die Mitarbeiter dort haben keine leichte Aufgabe und sind auch nur Menschen mit Fehlern. Das heisst keineswegs, das man sich alles gefallen lassen soll.
Aber die uralte Regel "bis drei zählen statt gleich loszupoltern" hat sehr viel für sich, weil man damit viele unnötige Eskalationen vermeiden kann, die für das eigene Anliegen nichts bringen.
Lass Dich weder drängen noch provozieren.
Zeige, dass Du auch Bescheid weisst, aber frage trotzdem lieber einmal zu viel als zu wenig nach.