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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitslosigkeit im Vorstellungsgespräch


XFuchsX
06.09.2008, 20:35
Hallo zusammen

ist man im VG verpflichtet, Auskunft darüber zu geben, ob man arbeitslos ist oder nicht?
Bitte keine Diskussion, wieso und warum. Muß ich auf die Frage: "Sind Sie arbeitslos?" als Hartzi mit ja antworten oder nicht?

papawap
06.09.2008, 20:48
Ja!
Da der einzugebene Text zu kurz ist, musste ich noch was schreiben. Diskussion möchtest Du ja nicht :razz:

XFuchsX
06.09.2008, 22:22
Ja!
Da der einzugebene Text zu kurz ist, musste ich noch was schreiben. Diskussion möchtest Du ja nicht :razz:

Ich möchte keine Diskussion, weshalb ich die Frage stelle.
Ob man mit Ja oder Nein antworten muß, müßte ja rechtlich geregelt sein bzw. es müßte Gerichtsurteile dazu geben.
Gibt es solche oder ist das unstrittig, daß ich meine Arbeitslosigkeit offenlegen muß?

BTW: ich muß im Lebenslauf keine Arbeitslosigkeit angeben

papawap
06.09.2008, 22:30
...

BTW: ich muß im Lebenslauf keine Arbeitslosigkeit angeben

Ein Lebenslauf ist wahrheitsgemäß zu erstellen und zu unterschreiben! Was willst Du denn sonst da reinschreiben? Du kannst natürlich auch "arbeitssuchend" schreiben - es muss nur klar erkennbar sein, was Du wann gemacht hast oder machst.

Zur Gesetzeslage kann ich nichts sagen!

XFuchsX
06.09.2008, 22:44
Ein Lebenslauf ist wahrheitsgemäß zu erstellen und zu unterschreiben! Was willst Du denn sonst da reinschreiben? Du kannst natürlich auch "arbeitssuchend" schreiben - es muss nur klar erkennbar sein, was Du wann gemacht hast oder machst.

Zur Gesetzeslage kann ich nichts sagen!

Ich habe nirgends gesagt, daß man einen Lebenslauf wahrheitswidrig erstellen soll.
Ich habe gesagt, daß ich nicht erwähnen muß, daß ich arbeitslos bin.
Wenn ich jetzt schreibe, was ich da reinschreiben soll, sind wir mitten in der Diskussion, die ich eben vermeiden wollte, da ich vorhersah, daß eine solche nichts bringt (wie man an deiner Reaktion sieht)

Kann mir jemand sagen, ob es Urteile oder Gesetze gibt, die besagen, daß ich in einem Vorstellungsgespräch angeben muß, ob ich arbeitslos bin.

Diese Frage ist nicht so unsinnig, wie sie erscheinen mag. Ich muß ja (theoretisch) nicht einmal mein Geschlecht angeben.

By the way 2:
Ich werde/wurde in Vorstellungsgesprächen auch von AG angelogen.
Was hat dies für Folgen? Keine

efge
06.09.2008, 23:09
Hallo zusammen

ist man im VG verpflichtet, Auskunft darüber zu geben, ob man arbeitslos ist oder nicht?
Bitte keine Diskussion, wieso und warum. Muß ich auf die Frage: "Sind Sie arbeitslos?" als Hartzi mit ja antworten oder nicht?

Ich werde sicherlich nicht diskutieren wollen. ;-)

Ein Vorstellungsgespräch sollte offen geführt werden und die Frage nach den letzten Tätigkeiten und auch die Vorlage von Zeugnissen gehört halt dazu.

Und selbst, wenn Du gefragt würdest, was würdest Du dann antworten wollen?

:oops: Nein, keine Diskussion.

P.S.: Ein Urteil hierzu ist mir nicht bekannt.

XFuchsX
06.09.2008, 23:22
Ein Vorstellungsgespräch sollte offen geführt werden und die Frage nach den letzten Tätigkeiten und auch die Vorlage von Zeugnissen gehört halt dazu.



Meine Tätigkeit besteht nicht darin, arbeitslos zu sein. Auch dann nicht, wenn ich Sozialleistungen vom Staat beziehe. Wer es sich in der Arbeitslosigkeit gemütlich einrichtet, bitte sehr. Ich möchte hier ja niemandem Ratschläge erteilen, sondern nur wissen, ob er hinsichtlich der Auskunftspflicht Bescheid weiß.

papawap
06.09.2008, 23:28
... Wer es sich in der Arbeitslosigkeit gemütlich einrichtet, bitte sehr. ...

Hmm, langsam wird's spannend...:confused:

Ich bin es nicht
06.09.2008, 23:31
Hallo Fuchs ..

Muß ich auf die Frage: "Sind Sie arbeitslos?" als Hartzi mit ja antworten oder nicht? ..

nein , musst du nicht ..

du kannst ausweichend antworten ..

z.B. : ich befinde mich derzeit in einer beruflichen Umorientierungsphase und übe derzeit keine Arbeit aus ..

mit dem Eintritt in Ihr Unternehmen , wäre die Phase der Neuorientierung abgeschlossen , da ich genau dieses Anforderungsprofil bzgl. des Einstiegs in Ihr Unternehmen als Basis meiner beruflichen Neuorientierung zugrunde gelegt / mir als Ziel gesteckt habe ..

ist halt alles abhängig von deinem Geschick der Gesprächsführung ..

wenn natürlich gezielte Fragen kommen , so musst du die leider auch ehrlich beantworten , da der zukünftige Arbeitgeber bei falschen Antworten später einen Grund zur sofortigen fristlosen Kündigung hat ..

ela1953
07.09.2008, 00:35
Die Frage war ja, ob man angeben muss, ob arbeitslos oder nicht. So, jetzt bist du im Vorstellungsgespräch
"Sind Sie arbeitslos?"
"Nein"
"Erzählen Sie mal, was Sie jetzt machen."
und jetzt?
kommt dann die Antwort: "Ich leite sehr erfolgreich ein kleines Familienunternehmen?"

MoK
07.09.2008, 02:49
"Ich leite sehr erfolgreich ein kleines Familienunternehmen?"

Zum Glück haben wir nicht die Fähigkeit zum Lachen verloren ... das kann uns die ARGE nicht wegnehmen :razz:.

Wie wär's mit: ich habe eine Weiterbildung als Sozialarbeiter mit Bachelor SGBII-Training-on-the-Job :patsch:

Roady
07.09.2008, 10:17
Also ich find hier langsam lustig.
Klar kannst es im Bewerbungsgespräch umschreiben wie Du möchtest, nur wird sich Dein Gegenüber köstlich darüber amüsieren, da er ja den Lebenslauf in dem es ausgeschrieben steht zum gleichen Zeitpunkt in den Händen halten wird.

Dirk_.
07.09.2008, 12:06
7. Was haben sie in dem Zeitraum zwischen … und … getan?
Personalchefs legen grossen Wert auf einen lückenlosen Lebenslauf. Bewerber sollten darauf achten, dass ihr Lebenslauf keine Lücken aufweist. Falls man die Lücken nicht füllen kann, so sollte man sich beim Vorstellungsgespräch auf kritische Nachfragen einstellen. Auch hier ist es wieder von Bedeutung, dass man souverän darauf antworten kann. Ist man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, macht es Sinn den Lebenslauf nochmal auf Lücken zu überprüfen. Findet man diese, kann man sich die Antworten darauf für das Gespräch zurecht legen.

Das beantwortet hoffentlich die Frage. Arbeitslos bedeutet eine Lücke im Lebenslauf und was bitte soll man da schreiben, wenn einem das Thema H4 unangenehm ist.

Leute wacht endlich auf. Die AG wissen das es Millionen von "uns" gibt.
Was soll ich denn da noch herumdrucksen.????:confused:

x_anonymus_x
07.09.2008, 12:06
Hallo zusammen,

nein , musst du nicht ..

du kannst ausweichend antworten ..

z.B. : ich befinde mich derzeit in einer beruflichen Umorientierungsphase und übe derzeit keine Arbeit aus ..

ähm, ohne jetzt zu genau sein zu wollen, heisst die Antwort auf die Frage "musst Du?" selbstverständlich "ja"! Ansonsten stimmt aber auch, dass dieses "ja" sehr freundlich - wie z.B. oben - umformuliert werden darf.

ist halt alles abhängig von deinem Geschick der Gesprächsführung ..

Stimmt! Wobei aber nicht vergessen werden sollte, dass das Gegenüber in der Regel auch nicht ganz doof ist und a) merkt, wenn auf direkte Fragen ausweichend geantwortet wird und im Zweifel b) dann halt gezielt nachfragt.

wenn natürlich gezielte Fragen kommen , so musst du die leider auch ehrlich beantworten , da der zukünftige Arbeitgeber bei falschen Antworten später einen Grund zur sofortigen fristlosen Kündigung hat ..

So ist es, denn ein Arbeitsverhältnis ist ein Vertrag auf "Treu und Glauben", was z.B. eine wahrheitsgemäße Auskunftpflicht nach sich zieht. Wenn also jemand im Vorstellungsgespräch nicht die Wahrheit sagt, dann wirkt sich das in der Tat auf seinen Kündigungsschutz aus, da das Arbeitsverhältnis dann aufgrund falscher Tatsachen zu Stande gekommen ist und somit jederzeit mit sofortiger Wirkung gekündigt werden kann. Man muss allerdings auch nicht auf jede Frage wahrheitsgemäß antworten, denn es gibt sogenannte "unzulässige" Fragen, wie z.B. die Frage nach Schwangerschaft. Hier darf frau jederzeit z.B. auch irgendetwas von leichten Blähungen fabulieren, ohne dass das Konsequenzen hat. Das ist zumindest die rechtliche Seite. Ob ein Arbeitgeber indes auch wirklich alles glaubt, was man von sich gibt, das hängt - wie bereits geschrieben - dann doch jeweils sehr von der Situation und der eigenen Kommunikationsfähigkeit ab.

HTH

x_anonymus_x

PS: Eine Frage nach aktueller Arbeitslosigkeit ist übrigens eine zulässige Frage

--
Der obige Beitrag gibt nicht die Meinung des Verfassers wieder.
Alle Angaben ohne Gewähr

Dirk_.
07.09.2008, 12:13
Arbeitsrecht: Das Vorstellungsgespräch

Ein möglicher neuer Arbeitgeber möchte im Vorstellungsgespräch Informationen, die er aus den Bewerbungsunterlagen erhalten hat, vertiefen und sich einen persönlichen Eindruck vom möglichen neuen Mitarbeiter verschaffen. Der Bewerber selbst will sich gut präsentieren, um den Job zu erhalten, aber auch Näheres über den Arbeitsplatz, die Aufgaben, die zukünftigen Kollegen und den neuen Chef erfahren. Dem beiderseitigen Informationsbedürfnis sind allerdings Grenzen gesetzt:



http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/fuehrung-organisation/kurse/kleiner-ratgeber-arbeitsrecht/das-vorstellungsgespraech-arbeitsrecht/vorstellungsgespraech-arbeitsrecht.html

So nun hab ich mal den Link mit reingestellt.:-P

Ich bin es nicht
07.09.2008, 12:34
Hallo Dirk ..

nicht berufstätig zu sein , setzt nicht unbedingt arbeitslos zu sein , vorraus ..

in keinem meiner Lebensläufe / Bewerbungen taucht das Wort " arbeitslos / Hartz4 " auf ..

Arbeitslos bedeutet eine Lücke im Lebenslauf und was bitte soll man da schreiben, wenn einem das Thema H4 unangenehm ist.

..

Lücken im beruflichen Werdegang kann man durchaus mit - Hausfrau / Hausmann , Pflegetätigkeit innerhalb der Familie ( Oma Opa Tante Onkel ) , Kindererziehung usw. begründen ..

ich habe meine Bewerbungen immer in Richtung - Wiedereinstieg in`s Berufsleben - begründet ..

1Euro Job´s und Trainingsmaßnahmen als Weiterqualifizierung im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung bezeichnet ..

musst halt etwas kreativ sein und dich gut verkaufen können ..

ela1953
07.09.2008, 12:45
Also ich find hier langsam lustig.
Klar kannst es im Bewerbungsgespräch umschreiben wie Du möchtest, nur wird sich Dein Gegenüber köstlich darüber amüsieren, da er ja den Lebenslauf in dem es ausgeschrieben steht zum gleichen Zeitpunkt in den Händen halten wird.


Fuchs fragt ja, ob er im Vorstellungsgespräch angeben muss, ob er arbeitslos ist oder nicht.
Da hab ich so meine Zweifel, wie und ob er das im Lebenslauf deklariert hat.
Geht es ihm jetzt nur um das Wort "arbeitslos"?Aber wir diskutieren ja, was er gar nicht wollte........

XFuchsX
07.09.2008, 17:10
Tagchen

danke für den link mit den zulässigen Fragen. Da steht leider auch nicht konkret drin, ob man auf "Sind Sie arbeitslos?" mit ja/nein antworten muß.
OK, ich für meinen Teil werde dann weder mit ja noch mit nein antworten (falls ein AG wirklich derart konkret fragt). Für mich ist hier eine Antwort mit Ja die dümmste aller Antworten (erst recht, wenn der AG von der Arbeitslosigkeit weiß, denn weshalb fragt er dann? ;-) Um meine Ehrlichkeit zu testen? :)).

Ich habe mich mal vor ein paar Wochen telephonisch beworben. Irgendwo sagte ich nebenbei, daß ich arbeitslos sei. Die Gegenfrage kam prompt: "Hat das einen Grund, wieso Sie das so betonen?"
Man sollte eine Bewerbung evtl. mal aus Personalersicht betrachten.

Ein Vorstellungsgespräch ist kein Verhör. Niemand erwartet bei der Frage "Sind Sie katholisch?" eine treudoof-ehrliche Antwort ;-)

Fusseli
09.09.2008, 22:40
Einwurf:

Ein Lebenslauf ist wahrheitsgemäß zu erstellen und zu unterschreiben!

Das *hochdeut* ist vollkommener Unsinn und wird aus mir teils schleierhaften Gründen nach wie vor Menschen erzählt, die keine Ahnung haben, was ein Lebenslauf per se ist. Ich weiß, weshalb es Personaler gibt die solchen Mist erzählen und ich weiß auch, weshalb Personaler gerne alles lückenlos haben möchten. Aber das macht es nicht wahrer.

Ein Lebenslauf ist KEIN DOKUMENT im Sinne einer fälschbaren Urkunde o.ä. und entsprechend ist das Unterschreiben eines Lebenslaufes vollkommen sinnfrei. Auch das macht es nicht zu einer Urkunde.

Theoretisch kann man in einen Lebenslauf hineinschreiben was immer man möchte. Ebenso kann man weglassen was immer man möchte. Lediglich geschützte Titel, Berufsbezeichnungen etc. - hier käme man auf dünnes Eis.

Ansonsten gibt es keinerlei rechtliche Regelung zum Thema Lebenslauf. Bei Jobs auf höherem Niveau ist das Unterschreiben eines Lebenslaufes schon lange "out". Das macht kein Mensch mehr. Macht es doch noch einer, wird er belächelt "guck, ein Altmodischer".

ABER

Ja, die Frage nach der Arbeitslosigkeit ist keine unerlaubte Frage. Entsprechend insofern nicht geschützt. ABER es ist auch keine Frage die direkt relevant zum anzutretenden Job sein kann. Demnach wäre in meinen Augen die Nichtbeantwortung oder das Lügen an dieser Stelle kein potentieller Kündigungsgrund.

Potentielle Kündigungsgründe sind IMMER nur Aussagen, die direkten Bezug auf die Einstellung haben. Sollte der Arbeitgeber aufgrund von Falschangaben später kündigen wollen, muss er belegen können, dass eben diese Falschaussage massgeblich zur Einstellung beigetragen hat.

Und das dürfte hier schwierig werden.

efge
09.09.2008, 23:19
Vielleicht als Diskussionsgrundlage...

Der Tatbestand der arglistigen Täuschung - Lügen ist kein Kavaliersdelikt
Vor den Augen der deutschen Richter gilt der Arbeitsvertrag ganz wie Geschäftsabschlüsse oder der Kauf von Waren als so genanntes "Rechtsgeschäft". Erschleicht sich der Bewerber diesen "Handel", in dem er den Arbeitgeber ganz bewusst, durch falsche Angaben zu seiner Person oder seinem Lebenslauf in die Irre führt, ist das "Rechtsgeschäft von Anfang an nichtig anzusehen". Der Arbeitgeber kann den Arbeitsvertrag vor Gericht anfechten. Das bedeutet: Hat der Bewerber in seinen Bewerbungsunterlagen oder im Vorstellungsgespräch seinem zukünftigen Chef falsche Tatsachen vorgegaukelt und Qualifikationen erfunden, die für den Job ausschlaggebend sind oder seine Einstellung maßgeblich beeinflusst haben, steht er nun fristlos und ohne wenn und aber auf der Straße. Kommt es ganz hart, droht manchem Übeltäter sogar die Rückzahlung bereits erhaltener Gehälter, dies entschied zumindest das Landesarbeitsgericht Köln 1999 (Az. II SA 15II/99).

Quelle (http://www.stepstone.de/home_fs.cfm?contentpage=http%3A//www.stepstone.de/content/de/de/career/bewerbung/luegen_procontra.cfm%3Freferer%3D)

XFuchsX
09.09.2008, 23:19
Ja, die Frage nach der Arbeitslosigkeit ist keine unerlaubte Frage. Entsprechend insofern nicht geschützt. ABER es ist auch keine Frage die direkt relevant zum anzutretenden Job sein kann. Demnach wäre in meinen Augen die Nichtbeantwortung oder das Lügen an dieser Stelle kein potentieller Kündigungsgrund.

Potentielle Kündigungsgründe sind IMMER nur Aussagen, die direkten Bezug auf die Einstellung haben. Sollte der Arbeitgeber aufgrund von Falschangaben später kündigen wollen, muss er belegen können, dass eben diese Falschaussage massgeblich zur Einstellung beigetragen hat.

Und das dürfte hier schwierig werden.


Hallöle

eigentlich wollte ich nicht so viel Staub aufwirbeln.
Nichtsdestotrotz bin ich erstaunt, daß man hierüber nirgendwo eine rechtliche Auskunft/Regelung findet.

Also ich habe die Frage nach der Arbeitslosigkeit von meinem Gefühl her immer so eingeordnet wie eine Frage nach den wirtschaftlichen Verhältnissen (diese muß man nicht wahrheitsgemäß beantworten).
Was geht es den AG an, ob ich Hartz beziehe oder ALG I oder nen 400 Euro-Job habe? Eigentlich nix.

Aber:
Interessant wäre natürlich zu wissen, inwieweit die Frage nach der Arbeitslosigkeit für den AG von Belang ist. Denn wenn sie von Belang ist, muß ich wahrheitsgemäß antworten.
Und hier gibt es natürlich das Argument, daß jemand, der jahrelang arbeitslos ist, "wahrscheinlich nicht mehr so leistungsfähig" ist wie jemand, der nen Job hat.
Wobei sich hier Juristen wahrscheinlich streiten werden, denn wie weist der AG nach, daß ich weniger leistungsfähig bin als ein Nicht-Arbeitsloser?
Ich persönlich hätte zB kein Problem, mich mit Sachbearbeitern im Job-Center zu messen, was Arbeitsmotivation und Leistungsfähigkeit angeht.
Kann man prinzipiell sagen: "Arbeitslose sind weniger leistungsfähig als Nicht-Arbeitslose" ?


Aber nun kommt mein 2tes Aber :)

Eigentlich ist mir die Spitzfindigkeit, ob ich wahrheitsgemäß antworten muß, herzlich egal. Denn: ich möchte den AG ja nicht in die Irre führen, sondern meine Arbeitslosigkeit einfach nur "verpacken"; und zwar so verpacken, daß der AG sich nicht verhohnepiepelt fühlt, wenn ich nach Vertragsunterzeichnung sage: "Danke, daß Sie einem Arbeitslosen einen Arbeitsvertrag angeboten haben". Dem AG soll durch die Blume klargemacht werden, daß ich zwar nen Job suche, ich aber während meiner Arbeitslosigkeit nicht untätig war.
Denn: Nichts hassen Arbeitgeber so sehr wie das Wörtchen:
A-R-B-E-I-T-S-L-O-S-I-G-K-E-I-T

Denn: In der Theorie der Arbeitgeber bekommt ja jeder einen Job, der nur richtig sucht :)

Man sollte den AG dieses Märchen nicht ausreden wollen; schon gar nicht im Vorstellungsgespräch. Lassen wir sie in ihrem Glauben und sagen im Vorstellungsgespräch einfach: "Ich war ja noch nie arbeitslos. Man findet immer Arbeit. Letzte Woche zB habe ich einem Bekannten beim Umzug geholfen."

So ist dem AG der Wind aus den Segeln genommen, jeder weiß, was gemeint ist, der AG ist glücklich und ich brauche das böse Wort von der A...keit nicht in den Mund zu nehmen. :)

Schönen Abend

XFuchsX
09.09.2008, 23:29
Vielleicht als Diskussionsgrundlage...

Der Tatbestand der arglistigen Täuschung - Lügen ist kein Kavaliersdelikt
... Hat der Bewerber in seinen Bewerbungsunterlagen oder im Vorstellungsgespräch seinem zukünftigen Chef falsche Tatsachen vorgegaukelt und Qualifikationen erfunden, die für den Job ausschlaggebend sind oder seine Einstellung maßgeblich beeinflusst haben, ...

Das wissen wir doch längst.
Die Frage ist: was ist für die Einstellung ausschlaggebend?

Ist es ausschlaggebend, wenn ich auf die Frage nach der Arbeitslosigkeit ausweichend antworte?
Ein Personaler sagt natürlich: ja.

Ich sage: Nach dem GLG werde ich diskriminiert, wenn ich als Arbeitsloser gegenüber einem Nicht-Arbeitslosen benachteiligt werde.
Denn ich bin genauso leistungsfähig.

:)

Weiteres siehe mein letzter Beitrag

Fusseli
10.09.2008, 00:10
Ich behaupte nach wie vor die Tatsache ob zuvor arbeitslos auf Selbstfindung oder ehrenamtlich in caritativen Einrichtungen beschäftigt IST irrelevant für die Einstellung und damit nicht geeignet einen Kündigungsgrund abzugeben.

Umschreiben kann man es also wie man will und erzählen, was man will, so lange man keine Berufserfahrung dazuerfindet, die nicht da ist, Qualifikationen oder Kompetenzen, die nicht da sind etc.

Ansonsten in meinen Augen komplett unbedenklich.

Und es ist nicht klar gesetzlich geregelt, weil andere Regelungen es im Grunde einschließen. Wenn eine gesetzliche Regelung klar aussagt, dass Falschangaben NUR dann Kündigungsgrund sein können, wenn die korrekte Beantwortung der Frage zur Nichteinstellung geführt hätte bzw. diese Aussage ausschlaggebend für die Einstellung war, dann bedeutet das im Umkehrschluss, dass ALLE Falschangaben die NICHT direkt relevant waren für die Einstellung KEINEN Kündigungsgrund darstellen.

Die sog. "erlaubten Lügen" (Schwangerschaft etc.) wurden ja hauptsächlich deshalb explizit behandelt, weil die Frage an sich nicht gestellt werden darf.

Die Frage nach der Arbeitslosigkeit darf gestellt werden, das heißt aber nicht automatisch, dass die Falschantwort ein Grund wäre, die Gültigkeit des Vertrages anzutasten.

Ich bin es nicht
10.09.2008, 08:27
Hallo Fuchs ...

Die Frage ist: was ist für die Einstellung ausschlaggebend?

Ist es ausschlaggebend, wenn ich auf die Frage nach der Arbeitslosigkeit ausweichend antworte?
Ein Personaler sagt natürlich: ja.
..

was ist für die Einstellung ausschlaggebend ?

deine VERFÜGBARKEIT ..

wenn du derzeit ohne Arbeit bist , so gehe ich davon aus das du SOFORT die Stelle besetzen kannst ..

befindest du dich jedoch noch in einem Arbeitsverhältnis , so müsste ja erst einmal abgeklärt werden AB WANN du die angebotene Stelle frühestens antreten kannst ..

es gibt ja auch Arbeitnehmer , welche sich beruflich neu orientieren wegen Ortswechsel , höherem Gehalt usw.

für den Arbeitgeber hat daher schon die Beantwortung der Frage im Bezug auf Personalplanung einen gewissen Wert ..

Fusseli
10.09.2008, 13:14
Sofortige Verfügbarkeit verpflichtet aber in keinster Weise zum sofortigen Arbeitsantritt.

Andersrum kann ein Mensch fest angestellt und trotzdem praktisch sofort verfügbar sein, wenn der aktuelle AG für entsprechende Auflösungsangebote positiv reagiert.

Ich bin es nicht
10.09.2008, 13:50
Sofortige Verfügbarkeit verpflichtet aber in keinster Weise zum sofortigen Arbeitsantritt.
..

RICHTIG !!! das regeln wir hier in Deutschland über sogenannte Arbeitsverträge unter Punkt : EINTRITTSBEGINN


Andersrum kann ein Mensch fest angestellt und trotzdem praktisch sofort verfügbar sein, wenn der aktuelle AG für entsprechende Auflösungsangebote positiv reagiert. ..

FALSCH !!! praktisch sofort verfügbar kann man nie sein , da es auch noch unvorhersehbare Ereignisse gibt ..

man kann jedoch den Begehr haben praktisch sofort zur Verfügung stehen zu können und hoffen das es klappt ( mit der Verfügbarkeit ) ..

Fusseli
10.09.2008, 14:55
Einen Arbeitsvertrag unterzeichnet man eben nicht, wenn man zum angegebenen Eintrittsdatum nicht zur Verfügung stehen kann. Ist man zum Zeitpunkt des Eintrittes noch Angestellter eines anderen Unternehmens darf man das gar nicht.

Auf der anderen Seite hat ein vertraglich geregelter Eintrittstermin absolut nichts damit zu tun, wann jemand tatsächlich zur Verfügung stehen könnte. Ein Arbeitgeber kann nicht einen bestimmten Eintrittstermin verlangen bzw. hat Anspruch darauf, weil der Bewerber zum entsprechenden Datum verfügbar sein könnte.

Wenn ich also eigentlich zum 1.11. verfügbar sein könnte, will den neuen Job aber aus Gründen, die den AG nichts angehen, erst am 1.01. antreten, hat er zwei Möglichkeiten: Er handelt mit mir einen früheren Eintrittstermin aus, oder er muss damit leben, dass ich das Vertragsangebot so wie vorliegend nicht annehme.

Ob das Amt-seitig Konsequenzen hätte ist eine andere Frage. Ob es als mutwillige Herbeiführung von Bedürftigkeit genommen werden kann, wenn der AG aufgrund meiner späteren Verfügbarkeit ganz vom Angebot zurücktritt, wäre eine komplett andere Frage.

Fusseli
10.09.2008, 14:57
FALSCH !!! praktisch sofort verfügbar kann man nie sein , da es auch noch unvorhersehbare Ereignisse gibt ..


Definiere "sofort"

Allgemein wird unter "sofort" in diesem Kontext entweder Arbeitgeberseitig verstanden, dass die Position schnellstmöglich besetzt werden soll, Arbeitnehmerseitig bedeutet "sofort" eben zum nächst möglichen Zeitpunkt, der erfahrungsgemäß der folgende 15te oder 1te eines Monats sein wird.

XFuchsX
17.09.2008, 21:50
Grüß Gott

ich hab das Ganze nun wie gesagt mal ausprobiert.
Im Lebenslauf alles, was mit Arbeitslosigkeit zu tun hatte, gelöscht und durch private Aktivitäten ersetzt (Weiterbildung, private Projekte etc.).
Und ob ihrs glaubt oder nicht: zum Interview eingeladen und nach 2 Tagen hatte ich nen Vertrag in der Tasche.
Die Personaler wußten über meine Arbeitslosigkeit Bescheid, da sie mich über arbeitagentur.de anschrieben und fragten aber auch nicht groß nach.
Deshalb mein Tip:
Wenn man sich ernsthaft bewirbt, nicht mit der Arbeitslosigkeit hausieren gehen. Von sich aus nicht die Arbeitslosigkeit erwähnen und wenn sie angesprochen wird, versuchen, möglichst schnell von dem Thema wieder abkommen. Und betonen, daß man immer beschäftigt ist, und sei es nur mit der Betreuung eines Kindes, der Gartenarbeit oÄ

Grüße und noch viel Glück

judo_udo
14.08.2009, 13:07
Ich finde diese frage bei vorstellungsgesprächen auch immer knifflig....
ich werd dann immer nervös und sage ja ich hatte in der zeit familiäre probleme... wie meint ihr soll ich das lösen ?
gruß udo

Taugenichts
14.08.2009, 13:21
Wenn man Sozialleistungen vom Staat bezieht, wird der neue Arbeitgeber dieses sowieso erfahren. Spätestens, wenn er mit dem Amt in Verbindung treten muss, um die Rentenversicherung zu übernehmen. Da steht ja drin, dass das Amt diese für eine Zeit lang bezahlt hat.
Dann könnte der Chef die Falschaussage als Vertrauensverlust gelten machen und dich während der Probezeitwieder wieder rausschmeissen.
Ich würde es auf jeden Fall sagen!