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Alt 16.02.2010, 10:59
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black_bird black_bird ist offline
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Standard Ratlos: GdB60 Umschulung? Berufseignung? Ablehnung von Jobs?

Hallo zusammen!

Bin grad völlig ratlos und überfordert mit meiner Situation. Versuche es kurz zu machen, es ist aber kompliziert....

Mein Lebenslauf:
Ausbildung im Metallbereich mit Abschluss 2003
Ausbildung (selbst finanzierte Umschulung wegen beginnender Metall-Allergie) zur Ergotherapeutin mit Abschluss 2006
2006-2008 Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen als Ergo
2008: kündigung der Stelle wegen eigener psychischer Probleme, 10 Monate AU, incl. 3 Monate medizinische Reha
seit August 2009 arbeitslos

Situation:
In der Reha 2009 wurde mir bescheinigt, dass ich in meinem therapeutischen beruf "unter 3 Stunden arbeitsfähig" bin - also nicht mehr vermittelbar. Außerdem gab ich an, dass ich wegen der allergie und anderer körperlicher probleme auch nicht mehr im Metallbereich arbeiten kann.
Ich stellte einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben bei der RV, weil mir ein Berater sagte, dass der zuletzt ausgeübte Beruf maßgeblich ist. Dies wurde abgelehnt mit der BEgründung, ich könne doch zurück in den Metallberuf. (Es gibt keine medizinischen unterlagen über meine Allergie und die Auswikungen meiner körperlichen Erkankungen Diabetes und Wirbelsäulenschaden, sprich die körperliche Belastbarkeit wurden nicht gezielt untersucht).

Dass ich einen Verschlimmerungsantrag für meine Behinderung (bisher 30%) beantragt hatte und mit mind. 50% rechnete, sagte ich zwar im August beim Arbeitsamt, aber solange das nicht schriftlich sei, könne man mich nicht dem Reha-Team zuordnen. Und so kam ich zur normalen Arbeitsvermittlerin.
Diese veranlasste auf meinen Wunsch hin ein medizinisches Gutachten, weil ich angab, dass ich wegen der (noch) nicht fest gestellten anderen Einschränkungen auch nicht mehr als Metallerin arbeiten kann. Meinem ausdrücklichen Wunsch nach einem persönlichen GEspräch mit der Ärztin wurde aber nicht entsprochen. Sie las nur das Gutachten der Klinik und auch sie lehnte eine Umschulung o.ä. ab.

Ich bekam im Dezember eine Eingliederungsvereinbarung in der es heißt, ich soll mich in meinem Metallberuf bewerben.
Das tat ich auch. Allerdings bekam ich nur Ablehnungen (oder keine Antwort), weil ich für ca. 80% der freien Stellen von anfang an nicht geeignet bin. Und zwar aus folgenden Gründen:

1.) Frauen haben es nunmal schlechter in dem BEreich und viele kleinere Firmen haben keine Damen- Duschen, Umkleiden und WC
2.) Wegen dem Diabetes und einer Essstörung fallen alle Jobs mit Montage, viel Kundendienst und Schichtarbeit weg.
3.) Bei vielen Stellen wird "körperliche Fitness" verlangt, die ich wirklich nicht habe. und
4.) fehlen mir die Qualifikationen für die Tätigkeiten, die heute in dem Job am häufugsten sind, weil das in meiner Ausbildung 2002 nicht vor kam und ich nie die Fortbildungen gemacht habe, um die entsprechenden Scheine zu kriegen. Diese werden aber bei vielen Stellen als "zwingend erforderlich" angegeben.

Also habe ich mich auch weiter als Ergotherapeutin beworben, obwohl ich schriftlich habe, dass ich dafür nicht mehr geeignet bin, und es auch nicht machen muss. Ich habe mir inzwischen auch schon drei stellen angesehen, wo man mich sogar genommen hätte. Aber die musste ich alle ablehnen, weil ich fest gestellt habe, dass ich das mit der psyche wohl doch nicht mehr hin kriege....

Nun kam letzte Woche endlich der BEscheid, dass ich 60% GdB bekommen habe und ich habe nächste Wochen einen Termin beim Reha-Berater.
Zeitgleich hat mich aber auch eine Ergo-Kollegin bei einer Vollzeit-Stelle empfohlen, die ich haben könnte. DEr Chef rief mich an und da ich nicht nein sagen kann, vereinbarte ich ein Vorstellungsgespräch, obwohl ich das Gefühl hatte, für diese Stelle sowieso nicht geeignet zu sein und abgelehnt zu werden. Ich glaube kaum, dass ich diese Stelle psychisch packen würde und habe das dem Chef im Vorstellungsgespräch auch gesagt. Aber er wollte trotzdem nen Vertag mit mir machen und meinte, ich könne in der Probezeit ja immer noch kündigen, wenn ich feststelle, dass ich das nicht mehr kann. Von Praktikum vorab wollte er nichts wissen. Er hat den Vertrag schon unterschrieben. Ich noch nicht. Aber wenn ich Montag mit dem unterschriebenen Vertrag dort auftauche, habe ich ne Festanstellung.

So, und hier geht das Problem los:
Im Grunde hab ich nichts zu verlieren und hätte auch mehr geld, wenn ich es einfach ausprobiere. Aber ich hab so höllische Angst vorm versagen, dass ich gestern den ganzen tag geweint habe. (Hätte ich diesen Job schon, müsste ich mich bei solchen symptomen krank schreiben lassen!)
Und wenn ich eine Umschulung bezahlt bekäme, würde ich mich auch lieber auf nen Beruf ohne Patienten-Kontakte umschulen lassen. Mit 30 bin ich noch jung genug um danach einigermaßen gute Chancen zu haben.
Aber wenn ich dem Amt was von der möglichen Stelle sage, wollen die sicher, dass ich sie annehme. Und das GEspräch mit dem Reha-Team wäre auch geplatzt. (Mein Versuch, diese Woche noch was zu kriegen wurde eisern abgeblockt. Ich solle froh sein, dass ich nur 1,5 Wochen auf den Termin warten muss und keine 3, hieß es.)

Nun meine Fragen:

1)
wie groß sind denn tatsächlich meine Chancen auf eine Umschulung (BFW), wenn ich die Probleme mit meinem ersten Beruf nicht schriftlich belegen kann und bisher keiner mit mir sprechen oder weitere Untersuchungen machen wollte (den allergietest bei meinem arzt müsste ich selbst zahlen, wenn kein amt ihn anordnet, weil ich gerade keine beschwerden habe und das kann ich mir nicht leisten) ?

2)
Kann das Amt mich zwingen, eine Stelle an zu nehmen, die mir angeboten wird, obwohl ich es schwarz auf weiß habe, dass ich das nicht mehr kann? bzw. können die mich fürs Ablehnen bestrafen?

3)
Wenn ich es ausprobieren würde mit dieser stelle und in der Probezeit kündigen würde- werde ich dann gesperrt? Wie berechnet sich dann das neue ALG und muss ich dann alles von anfang an neu berechnen?

4)
wie kann ich nachweisen, dass ich in meinem Metallberuf nicht mehr vermittelbar bin? Reichen die aktuellsten 20 Stellenausschreibungen, in denen ich markiert habe, welche der gestellten Anforderungen ich nicht erfüllen kann oder muss ich diese "unfähigkeit" auch irgendwie belegen?

5)
Wie kann ich erreichen, dass nochmal ein ärztliches Gutachten gemacht wird, in dem auch die Allergie usw. untersucht wird?

6)
Im Moment bin ich wegen dieser ganzen Situation wieder völlig depressiv.
Was passiert eigentlich, wenn ich mich krank schreiben lasse? Läuft dann das ALG weiter oder muss ich wieder Krankengeld beantragen? Und reden die vom Arbeitsamt (Reha-Team!) dann überhaupt noch mit mir oder darf ich den Termin nächste Woche nicht wahr nehmen, wenn ich ne AU habe? Letztes Jahr hieß es, dass ich mich erst wieder melden solle, wenn ich wieder gesund geschrieben sei....

Ich weiß, das ist sehr viel und ich danke allen, die sich bis hier hin durch gelesen haben.
Bin für jeden Rat dankbar und freu mich über antworten.
Wer noch mehr infos braucht, einfach fragen....
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  #2  
Alt 17.02.2010, 01:38
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Standard AW: Ratlos: GdB60 Umschulung? Berufseignung? Ablehnung von J

1) das entscheidet nun das Reha Team. Wenn es aber nachweislich so ist das sie im erlernten Beruf (alle beide) nicht mehr arbeiten können, dann sieht es mit einer Umschulung gut aus.

2) Nein, das geht nicht. Ich nenne es mal "Pflicht zur Gesunderhaltung". Wenn man aus medizinischen Gründen (GdB 60) diesr Tätigkeit nicht mehr nachkommen kann, dann kann auch die AA einen nicht zur AUfnahme der Stelle zwingen...

3) Wenn sie während der Probeziet kündigen, dann muss eine Sperrzeit durch die AA geprüft werden. Sie haben gute Chancen das diese nicht eintritt. Da der Job ja nachweislich nichts psychisch für sie ist. Aber wenn sie ohne erneuten ärztlichen Rat küdigen kann das ggf. recht umständlich wieder sein...

4) Denke mal spätestens das Reha Team wird jetzt ein ärztl. und psychologisches Gutachten beim Amtsarzt der AA veranlassen. Mit der Prüfung für welche Berufe sie geeignet sind. Letztlich gilt der Metalljob gemäß §77 SGB III ja auch bereits wieder nichts mehr und sie gelten in dem Bereich als ungelernt.

5) Macht das Reha TEam nun zu 99,9% Sicherheit.

6) Das Alg läuft sechs Wochen weiter, danach wird Krankengeld gezahlt. Wenn sie krank sind stehen sie jedoch der VErmittlung nicht zur VErfügung. D.h. die Termine bei dem Reha Team entfallen ebenfalls, dann sind sie keinen Shritt an einem neuen Job näher ran gekommen...
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Stichworte
gdb, gutachten, reha-team, umschulung


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