Arbeitslosen Forum Deutschland  

Zurück   Arbeitslosen Forum Deutschland > Arbeitsplatz > Kündigung

Kündigung Sie sind gekündigt worden oder stehen kurz davor?

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 02.03.2007, 16:03
Benutzerbild von silla
silla silla ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 02.03.2007
Beiträge: 1
Renommee-Modifikator: 15
silla Einmalposter
Standard Verhaltensbedingter Kündigung des Arbeitgebers zuvorkommen?

Ich habe mich nun gut 2 Stunden durch dieses Forum gelesen und bin froh, dank Google hier gelandet zu sein. Ich fühle mich schon viel besser informiert! Kurz zu mir: ich bin 30 Jahre alt, von Beruf Rechtsanwaltsfachangestellte und als solche in einer RA-Kanzlei beschäftigt. Von meiner chronischen Krankheit, die in Schüben auftritt, habe ich dem Arbeitgeber bei meiner Einstellung nichts gesagt, da danach nicht gefragt wurde. Ich wurde auf befristeter Basis eingestellt, dieser Vertrag wurde im Dezember 06 verlängert bis September 07.

Seit Januar 07 stecke ich in einem Schub (Morbus Crohn). Ich habe selbstverständlich regelmäßig umgehend die weitere Fehlzeit (Arbeitsunfähigkeit) mitgeteilt, die Bescheinigungen vorab gemailt und dann hingeschickt. Da ich im Februar für drei Wochen ins KH musste, war ich telefonisch nicht erreichbar, aber man konnte mich per Mail erreichen (Laptop), was ich telefonisch auch mitgeteilt hatte. Es wurde mir gesagt, das sei in Ordnung.

Mitte Februar lief die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall aus. Ich bekam von der Ärztin keine weiteren AU-Bescheinigungen mit der Begründung, dies gehe nunmehr nur noch die Krankenkasse an, da diese ja zahle. Den Arbeitgeber lediglich über die voraussichtliche weitere Dauer der Krankheit zu informieren (wie sie sich aus dem Zahlschein an die Krankenkasse ergibt) sei vollkommen ausreichend. So bin ich auch verfahren. Nach meiner Rückkehr aus dem Krankenhaus Anfang der Woche mußte ich von meinen Nachbarn und meiner Hausärztin erfahren, dass Mitarbeiter meines Arbeitgebers bzw. der Chef (wahrsch. unser Rechtsanwalt für Arbeitsrecht) sich dort persönlich als auch telefonisch nach meinem Aufenthaltsort bzw. gesundheitlichen Befinden erkundigt haben. Ich war schockiert und habe dort hingeschrieben und darum gebeten, solches zu unterlassen (mir wurde die Situation irgendwie mulmig, darum der schriftliche Weg).

Nun habe ich heute eine Abmahnung erhalten, in der mir vorgehalten wird, dass ich mich wiederholt verspätet krankgemeldet habe. Dies ist nicht der Fall, ich habe stets Punkt 8 Uhr angerufen (ab da ist das Büro besetzt), danach die Bescheinigung gemailt (wozu ich nicht verpflichtet gewesen wäre, Anruf + per Post schicken hätte ausgereicht). In der Abmahnung ist keine Rede von Anrufen meinerseits, sondern nur die Eingangszeiten der Mails mit AU-Bescheinigungen. Weiterhin wird behauptet, ich sei mehrfach zu Hause nicht angetroffen worden (logisch, wenn ich im KH bin...).

Mir erscheint es ganz klar, dass mein Arbeitgeber mit der Abmahnung die Voraussetzung für eine verhaltensbedingte Kündigung schaffen will, was auch in der Abmahnung angedroht wird.

Ich möchte das zum einen wegen der Sperrzeit (12 Wochen?) bei der Arbeitsagentur als auch wegen möglicher negativer Auswirkungen auf mein Arbeitszeugnis unbedingt verhindern. Für einen Rechtsstreit fehlt mir derzeit einfach die Kraft! Ich überlege daher, selber zu kündigen. Eine ordentliche Kündigung bedarf keiner Begründung, hat aber die Sperrzeit zur Folge. Wenn ich nun aus wichtigem Grund kündigen würde (müsste die Kü. also begründen mit Krankheit) z. B. längerer Genesungszeitraum o. ä., ließe sich die Sperrzeit evtl. verhindern/verkürzen? Und eine Eigenkündigung ist einem neuen Arbeitgeber sicher leichter plausibel zu machen als eine durch den vorigen Arbeitgeber.

Es tut mir leid, dass ihr so viel lesen müsst, muss wohl am Beruf liegen... möglichst keine Fakten auslassen

lg, silla
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 02.03.2007, 18:48
Benutzerbild von StephanK
StephanK StephanK ist offline
 
Registriert seit: 27.04.2005
Beiträge: 11.197
Renommee-Modifikator: 550
StephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste KompetenzStephanK Höchste Kompetenz
Standard AW: Verhaltensbedingter Kündigung des Arbeitgebers zuvorkommen?

silla,
bei einer Eigenkündigung aus gesundheitlichen Gründen wäre ich im Hinblick auf eine Sperrzeit skeptisch. Sie wäre vielleicht dann nicht als Arbeitsaufgabe anzusehen, wenn Du Fleischereifachverkäuferin wärest und Dir eine Hepatitis B eingefangen hättest, weil dann klar wäre, dass Du gar nicht weiterarbeiten dürftest und deswegen der Job zwangsläufig weg wäre. In Deinem Fall fürchte ich, dass Dir eine Sperrzeit blühen würde. Aber warte mal noch andere Antworten ab.
__________________
:::: Moderator ::::

- FAQ & Hilfe - ALN-Portal - ONLINE BEWERBUNG - Arbeitsagenturhinweise SGB II -

Bitte informieren Sie sich unbedingt selbst über die hier behandelten Themen.
Die von mir gemachten Äusserungen oder Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur
meine persönliche Meinung wieder und stellen auch dann keine Rechtsberatung dar,
wenn ich meine persönliche Auffassung zu Rechtsvorschriften oder ihrer Anwendung äußere.
Hier verlinkte, auszugsweise oder vollständig wiedergegebene Pressemeldungen geben
nicht unbedingt die Meinung des Forumsbetreibers oder der Moderation wieder.
---------------------------------------------------------------------------------------------
Hinweis in eigener Sache:
Der Betrieb einer Webseite kostet neben viel Arbeit in unserer Freizeit auch Geld für
die Servermiete und den Traffic.Wenn Sie also meinen, das Ihnen hier weitergeholfen wurde,
würde sich der Forenbetreiber auch über eine kleine Spende wirklich freuen.
Für diesem Fall bitten wir die Kontonummer für Spenden per PN bei den Moderatoren zu erfragen.
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 02.03.2007, 18:51
Benutzerbild von Seebarsch
Seebarsch Seebarsch ist offline
Profi
 
Registriert seit: 12.04.2006
Beiträge: 5.968
Renommee-Modifikator: 524
Seebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste KompetenzSeebarsch Höchste Kompetenz
Standard AW: Verhaltensbedingter Kündigung des Arbeitgebers zuvorkommen?

Hallo silla,

Du hast es völlig richtig erkannt, dass die Mitteilung aller möglichen notwendigen Fakten eine Antwort schon erleichtert !
Wegen der Komplexität möchte ich meine Antwort mal in die Komplexe Arbeitsrecht und Arbeitslosigkeit unterteilen.
Arbeitsrechtlich kann und darf ich hier eigentlich nur meine persönliche Einschätzung abgegeben.
Ich denke, dass Du Deinen arbeitsrechtlichen Pflichten nachgekommen bist und die Abmahnungen meiner persönlichen Meinung nach rechtlich nicht haltbar sind. Da Dein Vertrag im September 2007 ausläuft, wird Dir der Anwalt den Vertrag unter den jetzt gegebenen Umständen mit Sicherheit nicht verlängern oder in einen Festvertrag umwandeln. Insofern könnte Dir eigentlich nicht viel geschehen, wenn Du rechtlich gegen diese Abmahnungen angehst und diese, auch im Hinblick auf das spätere Berufsleben, aus dem Weg räumst.
Ist es denn abzusehen, wie lange Du noch Arbeitsunfähig bist? Mit einer Eigenkündigung oder einem Aufhebungsvertrag innerhalb der Arbeitsunfähigkeit und des Krankengeldbezuges gibst Du sämtliche Rechtspositionen auf!
Eine Eigenkündigung zur Verbesserung der weiteren Berufschancen wird in Deinem Berufsbild rein garnichts bringen. Vor einer Einstellung informieren sich die Rechtsanwälte und Notare, abseits aller Zeugnisse, in der Regel telefonisch bei dem vorherigen Arbeitgeber! Insofern bringt Dir da eine Eigenkündigung garnichts, ausser dem Verlust aller rechtlichen Positionen!

Bei der Arbeitslosigkeit ist es so, dass eine Sperrzeit bei einer Eigenkündigung dann eintritt, wenn kein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund wäre es, wenn man aus gesundheitlichen Gründen die Beschäftigung nicht mehr ausüben kann. Das müsste durch ein entsprechendes aussagekräftiges Attest des behandelnden Arztes und ggfls. durch eine Untersuchung beim Amtsarzt belegt werden.

Mein Tipp:
Während der laufenden AU und Zahlung des Krankengeldes einfach Ruhe einkehren lassen und den Arbeitgeber immer schön nachweislich über die fortdauernde AU informieren!

Gute Besserung!
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:31 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2014, vBulletin Solutions, Inc.
Arbeitslosen NETZ Deutschland