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| Plauderecke Der Bereich für den Meinungsaustausch. Offen für (fast) alle Themen |
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#1
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Hallo, ich bin neu hier...
habe über eine Suchmaschine dieses Forum entdeckt. Ich bin 30 jahre alt und Diplom-Sozialpädagogin. Habe nach dem Studium Okt.2004 keine Stelle gefunden und bin seitdem arbeitslos. Vielleicht könnt ihr mir Tipps geben, wie ich gute Stellenangebote finde etc. Ich suche seit 1 1/2 Jahren. Vom AfA kam bisher ein Angebot und dafür fehlte mir die Berufserfahrung. Auf den Internetseiten habe ich mich schon zig mal auf Angebote beworben, wurde aber noch nichtmal eingeladen. Da waren teilweise 500 Bewerber pro Stelle. Wofür habe ich eigentlich studiert??? Der Bedarf an Sozialpädagogen ist da, aber wo sind die Stellen? Wo werden sie ausgeschrieben? Kommt man da nur mit Beziehungen rein? Ich hatte mir vom Arbeitsamt mehr versprochen; man hat den Eindruck, sie interessieren sich nicht für die Arbeitsuchenden. Jedesmal, wenn sie mich eingeladen haben, waren angeblich keine Angebote da. Ich habe auch schon auf Seiten der Wohlfahrtsverbände (Diakonie, Caritas) gesucht, die Stellenanzeigen waren zum größten Teil monatelang abgelaufen. Ich möchte endlich arbeiten, habe mich jahrelang darauf gefreut... cya, mt |
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#2
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cefi91,mit dem Arbeitsmarkt für Deinen Beruf kenne ich mich nicht gut aus, um es gleich vorauszuschicken, also sind meine Überlegungen "auf dem Trockenen" angestellt. Generell dürfte das Problem bestehen, dass für Dich vor allem öffentliche Einrichtungen als Arbeitgeber in Betracht kommen - und dort wird überall gekürzt und werden Stellen eingespart oder nicht wiederbesetzt Stellenangebote lassen sich evtl. auch noch über Einrichtungen wie den Landschaftsverband oder die Caritas fniden; bei den kirchlichen Trägern ist natürlich das Problem, dass man oft der jeweiligen Kirche angehören muss... Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit, überhaupt mal einen Zugang zum Berufsfeld zu bekommen, wenn Du einen reinen Verwaltungsjob in diesem Bereich übernähmest, denn die dürften etwas häufiger angeboten werden. Das ist zwar nicht besonders spannend, aber Du hättest einen "Fuß in der Tür", mehr Kontakte innerhalb einer Organisation und etwas in Deinem Lebenslauf, das jedenfalls besser ist als Arbeitslosigkeit. Weiterer Gedanke: ehrenamtliche Arbeit. Ja, ich weiss: Selbstausbeutung... Gerade in der Situation mit "500 Bewerbern pro Stelle" ist Praxiserfahrung, egal auf welchem Weg erworben, bestimmt ein Plus gegenüber 300 anderen Bewerbern.
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#3
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hi stefan,
danke für deine tipps, das mit der verwaltungsarbeit habe ich schon versucht- da wird sozialarbeitern der vorzug gegeben, weil sie dafür speziell ausgebildet sind. für praktika habe ich bewerbungen laufen- da muss ich abwarten. ciao, cefi91 |
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#4
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Hallo cefi91,
bin Diplom-Pädagoge und habe folgende Ideen: 1. Praktikum 2. privaten Arbeitsvermittler aufsuchen (mit Vermittlungsgutschein vom AA) 3. mit Arbeitsagentur/ARGE über: - Einarbeitungszuschuss - Lohnkostenzuschuss - Arbeit auf Probe - 1€-Job, falls dies bei Dir zutrifft - ABM (selten geworden) verhandeln bzw. anfragen. 4. Nach "Trainingsmaßnahme" (als Teilnehmer) AA fragen. Die Träger stellen auch Soz.-päds. ein. Ich habe im Jahr 2000 den Einstieg so geschafft, da ich mich präsentieren konnte. Einstiegsgehalt: ca. 1400.-€ brutto für 42 Std./Woche + x. 5. Freiberufliche Tätigkeit anmelden, bei Bildungsträgern sich anbieten (werden gerne genommen, da billiger). 6. Ehrenamtliche Mitarbeit bei Sozialverbänden und -trägern, Mitglied werden (TvöD-Verträge gibt es fast nicht mehr, Staat und Kommunen meist pleite, Spenden bei Verbänden sinken stark). 7. Du bist noch jung - erwäge einen Umzug nach Österreich (Infos beim Europa-Dienst des AA anfordern, Zeiten der Beschäftigung werden in BRD angerechnet). Nach einigen Jahren Berufserfahrung hier evtl. besserer Einstieg möglich. Möbliertes Zimmer nehmen. Markt in Österreich noch besser - Fremdenverkehrsregionen auswählen - dort sind Leute mit Geld (Kinderbetreuung). 8. Kinderbetreuung / Animation bei Reiseveranstaltern prüfen. Interesse an Reisebegleiter? 9. Blindbewerbungen an Bildungsträger etc. (oft schnelle Fluktuation, kurzfristiger Bedarf, dann sind nicht noch 509 andere Bewerber da - ausgeschriebene Stellen sind für Anfänger aussichtslos) - so hat bei mir die letzte Stelle funktioniert. 10. Vitamin B: Deine Kontakte zu (eingestellten) Studienkollegen nutzen. 11. Staatliche Schulen fangen an, Soz.-päds. einzustellen. 12. auf 400.-€-Basis anfangen bei Trägern, evtl. auch völlig berufsfremd (Schulbus beim Roten Kreuz fahren) - so leren sie dich kennen. Viel Glück! |
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#5
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Zitat:
es ist schon schade, dass du als "akademiker" empfiehlst, als 400 euro jobber, ein euro kraft oder ehrenamtlich zu arbeiten oder praktikum zu machen. warum nicht gleich das diplom wegwerfen? ich denke, dass es ein skandal ist, dass sinnlos pädagogen, sozialarbeiter, germanisten, historiker, ...sprich geisteswissenschaftler ausgebildet werden, die definitiv niemand benötigt. ist es fair, wenn im amt die stellen unter der hand (unbefristet) vergeben werden und in der freien wirtschaft die gmbhs einen auszubeutenden nach dem anderen suchen, der für sie tätig wird. gerade in der arbeitslosenindustrie sahnen freie träger staatliche zuschüsse ab, um billige arbeitskräfte einzustellen und, um sinnlos arbeitslose leute zu --qualifizieren--- ganz nach dem motto: wenn du nur ein formular in händen hälst bekommst du einen job. es gibt definitiv nicht genug arbeitsplätze und das sollte man endlich begreifen und nicht als arbeitsloser auf anderen arbeitslosen "herumhacken"...nach dem motto: "wenn du suchst findest du auch einen job." glaub mir, es gibt keine fairen arbeitsplätze (mehr), jedenfalls nicht für sozialarbeiter, die einen fairen lohn wünschen. die guten jobs werden unter der hand vergeben. man müßte die professoren an den pranger stellen, die dicke gehälter verdienen und sinnlos leute auf den markt werfen! arbeit? ja, aber nicht um jeden preis und meine seele verkaufe ich nicht.
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#6
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Hallo Cefi,
du erkennst er richtig: Wir haben genug Arbeit und trotzdem gibt es keine. D.h., die Arbeit ist falsch verteilt weil das gesamte System eine verfahrene Kiste ist. Es muss von Grund auf neu gemacht werden. Dazu sollte man mit neuen politischen Parteien und neuen Politikern beginnen, denn die alten machen es so weiter bis es platzt. Tragischerweise haben sie auch noch als politische Parteien ein Monopol. Ich kann dir sonst nicht sagen, wie man das Problem Arbeitslosigkeit, Unzufriedenheit, Kriminalität, Bildung (Schulschwänzerei, Demotivation), Armut, Schulden, Gesundheitswesen uvm. in einer anderen Form lösen kann. Ich habe mich z.B. sehr für das Grundeinkommen interessiert und eingesetzt. Das würde unsere ganze Gesellschaft verändern. Sicherlich gibt es auch andere gute Ideen. Ich habe mich mit gleichgesinnten zusammengesetzt. Es werden Vorträge gehalten, es wird diskutiert, man lässt sich etwas einfallen. Alle hoffen, dass aus dieser Hoffnung, dieser Vision, eines Tages dadurch eine gesunde Gesellschaft entsteht. Auf Wunsch setze ich dir gerne meine Berichte über so einen Vortrag mal hier rein. Ich möchte bloß niemanden damit langweilen. Was ich hiermit sagen möchte: Wenn kein anderes System kommt, lässt sich dein Problem nicht gründlich lösen. Nutze die Zeit, die du keine Arbeit hast, um dich für Neues einzusetzen. Gehe z.B. in die Politik, da brauchen wir dringend neue Leute, damit das so nicht weitergeht. Auch wenn es ehrenamtlich ist. Solange es zumindest Hartz IV noch gibt, ist es halbwegs möglich. Lass dir z.B. ein sehr gutes soziales System einfallen und finde ein paar Anhänger. Auf Dauer kann das auch dich das in Arbeit bringen. |
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#7
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hallöchen,
ich fand deinen beitrag wirklich sehr gut, denn du hast von grundeinkommen gesprochen. ich war allerdings erschüttert, als du im letzten satz das sagtest,was oben steht! warum muß ich unbedingt in ARBEIT kommen? es gibt doch nun einmal nicht genug faire arbeit. ich bin auch ohne arbeit zufrieden und wünsche mir eine akzeptanz, auch unter arbeitslosen, dass ein leben auch ohne arbeit lebenswert sein kann. die linkspartei zu wählen ist das einzige, was ich tun kann, aber in einem arbeitskreis sitzen, in dem träumereien gesponnen werden, ist nicht mein ding. abschaffung der arbeitsämter, abschaffung der ein-euro-mafia, einführung eines grundeinkommens...ob ich das noch erlebe? der mensch ist nun einmal von grund auf schlecht und erfreut sich daran, schwächere zu treten. wenn alle ein euro jobber sich wehren würden, sähe es schon besser aus in diesem land. nach dem motto: "stell dir vor es ist ein-euro-zeit und keiner geht hin!" aber nein, statt dessen passen sich alle an und rennen der "kohle" und der pseudo-anerkennung hinterher. Geändert von restart (08.03.2008 um 17:04 Uhr) Grund: Zitat als solches kenntlich gemacht. |
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#8
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In diese Arbeitskreisen, in denen Träumereien gesponnen werden, entstanden alle neuen Ideen, so auch das Grundeinkommen. Gäbe es die Spinner nicht, geht das Leben so weiter wie bisher.
Glaubst du wirklich, die Linke bringt etwas Neues? Ich meine immer, die richtige Partei ist nicht dabei und gehe schon seit Jahren nicht mehr wählen. Ich meine, nur so kann das Monopol unserer politischen Parteien gebrochen werden. Warum erschreckt es dich, wenn dich dein Hobby, deine ehrenamtliche Arbeit, in Arbeit bringen kann? Ich finde, Arbeit sollte Spaß machen. Wenn Arbeit mit Geldverdienen verbunden ist, ist das doch die ideale Kombination. Sag mal, glaubst du, dass mit einem Grundeinkommen keiner mehr Arbeiten geht? |
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#9
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Zitat:
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#10
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Tatsächlich stelle ich mich diesem System entgegen, indem ich nicht wählen gehe. Keine einzige Partei hat nämlich vor, dieses System zu ändern. Ich kann hinter keiner einzigen Partei voll dahinter stehen. Und wenn alle Leute nicht wählen gehen würden (und so langsam ist das der Fall), würde das politische Monopol gebrochen werden. Du sagst, dass ich damit die CDU unterstütze, die CDU sagt, dass ich durch das Nicht-Wählen die Linke unterstütze. Eigentlich unterstütze ich damit nur den Bruch des Monopols.
Ich erinnere mich noch, wie Herr Koch vor den Wahlen in Hessen „die jugendlichen Kriminellen härter bestrafen wollte“, anstatt die Familien und die Erziehung zu unterstützen, damit es keine jungendlichen Kriminellen mehr gibt. Damit hat er die Leute zu den Urnen gelockt. Ganz gleich welche Partei, Hauptsache wählen gehen. Für oder gegen Koch. Es ist ja sowieso alles dasselbe. Fällst du wirklich auf so etwas rein? Der Staat, und vor allem die Betriebe, halten sich tatsächlich ein Heer von Arbeitslosen zur Inflationsbekämpfung zur Haltung der Preise. Glaubst du, dass das irgend eine Partei ändern wird? Warum du unbedingt in Arbeit kommen solltest? Sag mal, glaubst du wirklich, dass jede Kartoffel, die du isst, nicht gepflanzt und geerntet wurde, oder dass jedes Shampoo, das du benutzt, nicht hergestellt wurde? Wer glaubst du, hat das gemacht? Das ist alles durch Arbeit entstanden. Irgendjemand muss die machen, auch wenn du im besten System lebst. Die Arbeit soll aber keine Versklavung sein. Sie sollte im erlernten und geliebten Beruf sein und – wenn es nicht so viel Arbeit gibt – nicht 40 Stunden die Woche ausgeübt werden. Trotzdem muss man davon aber leben können und jeder sollte so viel arbeiten gehen wie er möchte und wie er Geld benötigt. Jeder kann etwas, jeder hat etwas, das ihm Spaß macht. Dadurch sollte man in Arbeit kommen. Ich mache viel ehrenamtlich, so auch die Hilfe für Erwerbslose. Das hat mir bisher keine Eintrittkarte in die höhere Gesellschaft gebracht. Im Gegenteil. Oft werde ich bei Hilfestellungen angepöbelt und aus einem Forum wurde ich schon vergrault. Das mache ich auch nicht, um in die höhere Gesellschaft zu kommen. Wo kämen wir denn hin, wenn keiner gibt und nur nimmt? Solche Leute braucht die Gesellschaft nicht; sie wird dadurch vernichtet. Ich war keine Beamte, ich bin keine berechnende Gymnasiastin und noch keine Rentnerin. Ich gebe gerne und ich nehme auch, wenn man es mir gibt. Und du wirst dich wundern: Alles, was ich bedingungslos gebe, bekomme ich auf irgend eine ganz andere Weise wieder zurück. Ich fühle mich auch sehr glücklich, obwohl ich alleinstehend bin, verwitwet und geschieden bin, die Kinder alleine groß gezogen habe, mit Ende fünfzig meine langjährige Stellung verloren habe, noch nicht in Rente gehen kann und einen riesigen Weltwirtschaftscrash auf uns zurollen sehe. Zugegeben: Als ich hart arbeiten musste und die Kinder noch kleiner waren, konnte ich auch keine ehrenamtlichen Tätigkeiten ausüben, weil es zeitlich nicht ging. Das System ließ es nicht zu. |
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