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Thema: Ansturm auf die Wohngeldstellen

  1. #1
    Avatar von Janet9
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    Ansturm auf die Wohngeldstellen

    Hallo zusammen,

    für alle die sich fragen, warum die Bearbeitung ihres Wohngeldantrages so lange dauert hier mal ein Artikel aus der Frankfurter Rundschau und ein paar allgemeine Infos.

    In den meisten Städten ist seit Ende letzten Jahres viel mehr zu tun, da sich das Wohngeldgesetz geändert hat und viele Bürger Wohngeld beantragt haben und immer noch beantragen. Auch durch die Wirtschaftskrise (Kurzarbeit etc.) werden neue Anträge gestellt. Nicht vergessen darf man auch die vielen ALG II-Bezieher die von den ALG II-Trägern beauftragt wurden Wohngeld für sich oder ihre Kinder zu beantragen, da diese durch das Wohngeld aus dem ALG II-Bezug fallen. Hinzu kommt noch die Auszahlung des Einmaligen zusätzlichen Wohngeldbetrages die auch noch einiges an Mehrarbeit bringt.

    Hier der Artikel vom 22.05.2009:

    Die Wohngeld-Lawine
    Frankfurt ist Spitzenreiter bei Antragstellern

    Von Jutta Ochs


    Der Kampf mit den Antragsformularen und -formalitäten für das Wohngeld schreckt Jonas K. nicht ab. "Auch wenn es nur ein paar Euro sein sollten, es hilft mir unglaublich weiter." Der 25-Jährige studiert auf Lehramt, das Bafög ist gerade ausgelaufen, derzeit finanziert er sich hauptsächlich mit Nachtschichten bei einer Wach- und Schließgesellschaft und Zuwendungen der Verwandten. Das Geld reicht nicht. Jonas ist in Frankfurt nicht der einzige mit schmalem Einkommen, der hofft, dass ihm dank der seit 1. Januar wirksamen Wohngeld-Novelle monatlich doch noch etwas zustehen könnte. Die meisten warten allerdings bislang vergeblich auf eine Nachricht. Denn die Mitarbeiter des Amtes für Wohnungswesen sind vom Ansturm der Antragsteller förmlich überrollt worden. Deren Anzahl hat sich schon im ersten Quartal gegenüber dem ganzen Jahr 2008 verdreifacht. 2033 Anträge gab es 2008; in den ersten drei Monaten 2009 waren es bereits 6634. Und der Zustrom reißt nicht ab. Bisher beziehen 5400 Frankfurter Wohngeld, es ist zu erwarten, dass es explosionsartig mehr werden. Denn in keiner anderen Großstadt hat es einen derartigen Andrang als Folge auf das neue Bundesgesetzes gegeben. "Frankfurt liegt absolut an der Spitze", sagt Wohnungsamtsleiterin Waltraud Meier-Sienel. Amt und Politik suchen noch nach Erklärungen dafür. Derzeit führen die Mitarbeiter "Strichlisten", um einen Überblick über die Lebenslagen der Antragsteller zu gewinnen. Und es gibt zusätzliches Personal: Sieben neue Stellen, und zusätzlich zehn auf ein Jahr befristete. Mit ihrer Hilfe sollen Jonas 7000 weitere Frankfurter bald Klarheit gewinnen.
    Quelle: Frankfurter Rundschau

    Vlt. sollte der eine oder andere auch ein bisschen Verständnis für die Mitarbeiter in den zum Teil unterbesetzten Wohngeldstellen aufbringen.

    Gruß,
    Janet9
    Geändert von Forumadmin (09.06.2009 um 20:00 Uhr)
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  2. #2
    Benutzer Avatar von energyAC
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    Hallo Janet9!
    Ich bin derzeit auf der Suche nach Informationen zu ALGII und Wohngeld. Eigentlich kenne ich das so, dass wer ALGII bezieht kein Recht auf andere Leistungen - wie z.B. Wohngeld - hat. Warum sollen nun ALGII-Bezieher Wohngeld beantragen???? Ist das nun wieder vorrangig vor ALGII? Und wo steht das? Ich betreue im Rahmen einer Kompetenzagentur verschiedene Jugendliche und eine (Mutter zweier Kinder) hat uns gestern erzählt, dass sie ALGII, Wohngeld und Sozialhilfe (kann auch Sozialgeld sein) erhält. Da blickt doch keiner mehr durch!
    Kannst du mich aufklären? Das wär toll! Ist nicht so gut, wenn man Jugendliche berät - auch darüber, was ihnen zusteht und wie man das beantragt - und dann nicht gut informiert ist ;-)
    Danke!

  3. #3
    Avatar von Helga40
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    § 5 SGB II stellen die Nachranigkeitsverhältnisse dar. Wohngeld war schon immer vorrangig.

    Allerdings wird in letzter Zeit verstärkt darauf geachtet, ob z. B. die Kinder, die ihren Bedarf (fast) durch Unterhalt/UVG und Kindergeld etc. decken, nicht einen höheren Anspruch auf Wohngeld haben, als sie auf Sozialgeld/ALG 2 hätten.

    Wenn das der Fall ist, werden die Eltern/das Elternteil aufgefordert, für das/die Kind/er Wohngeld zu beantragen.

    Was natürlich genauso für die gesamte BG gilt, wenn sich da elterntechnisch bei den Einkünften was ändert. Wenn also z. B. ALG 2 40 Euro wäre, Wohngeld aber 80 Euro, dann wird die BG aufs Wohngeld verwiesen.

    Helga

  4. #4
    Benutzer Avatar von energyAC
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    Das ist geändert worden. Laut www.wohngeld.de:

    Änderungen im Wohngeldgesetz ab 01.01.2005
    Empfänger von Transferleistungen werden ab 01.01.2005 vom Wohngeld ausgeschlossen. Das sind im Einzelnen Empfänger von:
    • Leistungen des Arbeitslosengeldes II und des Sozialgeldes nach dem SGB II,
    • Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem neuen
      SGB XII,
    • Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII,
    • Leistungen der ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz oder nach einem Gesetz, das dieses für anwendbar erklärt,
    • Leistungen in besonderen Fällen und Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und
    • Leistungen nach dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) in Haushalten, zu denen ausschließlich Empfänger dieser Leistungen gehören, bei deren Berechnung Kosten der Unterkunft berücksichtigt worden sind.

    Als Empfänger der Leistung gelten auch Personen, die bei der Ermittlung des Leistungsanspruchs berücksichtigt worden sind (Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft ) oder deren Leistung durch Sanktionen weggefallen ist (s. Par. 1 Abs. 2 WoGG)

  5. #5
    Avatar von Janet9
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    Hallo energyAc,

    dass was Du geschrieben bzw. kopiert hast gilt zwar so. Es gibt aber "Ausnahmen". Das was Helga40 geschrieben hast ist so richtig. Wenn das Kind z. B. durch entsprechendes Einkommen (Kindergeld und Unterhalt) nur einen Anspruch auf Sozialgeld in Höhe von 50,00 € hat und das Wohngeld aber 60,00 € beträgt, dann muss ein Wohngeldanstrag für das Kind gestellt werden. Das Kind bekommt dann nur noch Wohngeld, Kindergeld und Unterhalt und kein Sozialgeld mehr. Da es kein Sozialgeld mehr bekommt ist es natürlich nicht mehr vom Wohngeldbezug ausgeschlossen. Wohngeld ist immer vorrangig vor ALG II / Sozialgeld / Grundsicherung etc.

    Außerdem solltest Du nicht alles glauben was auf anderen Internetseiten so steht bzw. wenn dann auch mal richtig schauen (das aktuelle Gesetz wird dort nämlich auch erklärt). Das was Du da kopiert hast ist sehr veraltet. Es gab zum 01.01.2009 eine Gesetzesänderung. Der Auschluss von Wohngeld steht daher auch nicht in § 1 sondern in § 7 WoGG.

    Gruß,
    Janet9
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  6. #6
    Profi Avatar von Barbara74902
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    Woher weiß ich eigentlich, ob mir Wohngeld zusteht oder nicht? Von meinen Anwalt weiß ich nur, das ich zu wenig von der eigentlichen Miete bekomme, die mir zusteht. Nur woher weiß ich genau, was mir jetzt an Wohngeld zusteht oder gar nicht? Wo das mit dem Hartz IV noch nicht war, lief das bei mir problemlos alles über das Wohnungsamt, aber seitdem das mit dem Hartz IV Kram ist, blick ich da auch leider nicht mehr so durch und ob ich überhaupt einen Anspruch drauf habe. :wut:

    Wie krieg ich das am besten raus?

  7. #7
    Profi Avatar von Ophelia
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    Nun, das ist ganz einfach zu beantworten: Wenn Du Alg2 beziehst, bekommst Du ja KdU und hast keinerlei Anspruch auf Wohngeld; das schließt sich aus.

    Wenn Dir Dein Anwalt etwas anderes erzählt, würde ich mir einen anderen, kompetenten suchen.

  8. #8
    Avatar von Janet9
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    Zitat Zitat von Barbara74 Beitrag anzeigen
    Woher weiß ich eigentlich, ob mir Wohngeld zusteht oder nicht? Von meinen Anwalt weiß ich nur, das ich zu wenig von der eigentlichen Miete bekomme, die mir zusteht.
    So wie Ophelia es geschrieben hat ist es richtig.

    Nur kurz als Ergänzung:

    Auch wenn die Arge Deine Miete nicht komplett übernimmt weil diese z. B. nicht angemessen ist bekommst Du kein Wohngeld. Es reicht wenn die KdU bei der Berechnung des ALG II-Anspruches berücksichtigt werden.

    Ob Du ggf. einen Wohngeldanspruch anstatt einen ALG II-Anspruches hast kommt darauf an ob und wieviel Du noch Einkommen außer dem ALG II hast, sprich ob Du mit Deinem Einkommen und dem Wohngeld Deinen Bedarf decken kannst. Aus Deinen bisherigen Beiträgen würde ich aber sagen, dass dies hier nicht in Frage kommt. In der Regel weißt aber die Arge darufhin wenn ein Wohngeldanspruch besteht.
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  9. #9
    Benutzer Avatar von Börni
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    AW: Ansturm auf die Wohngeldstellen

    hey

    ich bin echt froh diesen thread entdeckt zu haben... danke für die vielen nützlichen infos!!

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