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Thema: Arbeit wegen Unzumutbarkeit ablehnen: Vorgehensweise ??

  1. #1
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    Arbeit wegen Unzumutbarkeit ablehnen: Vorgehensweise ??

    Guten Tag zusammen,
    ich bin neu hier im Forum und brauche bitte Hilfe.
    Ich schildere so kurz wie möglich meine Geschichte: Ich war krankheitsbedingt seit 2 Jahren nicht arbeitsfähig, seit Anfang November bin ich als arbeitsfähig aus der Reha entlassen und arbeitslos gemeldet. Ich erhalte seitdem auch ALG1 (erster Bezug ALG1 war nach der Aussteuerung aus dem Krankengeldbezug und vor Antritt der Reha für 8 Wochen).
    Laut Bericht der Reha-Klinik kann ich meinen letzten Beruf (Aussendienst) nicht mehr ausüben. Das empfinde ich genau so, ich will auch gar nicht mehr dahin zurück.

    Es bleibt also nun ein Beruf in meiner erlernten Tätigkeit des Buchhändlers, da gibt es aber kaum Arbeitsplätze, oder eine Tätigkeit im sonstigen Einzelhandel.
    Ich habe in meiner letzten Tätigkeit allerdings recht gut verdient und eine Tätigkeit in den eben genannten Bereichen wäre höchstwahrscheinlich massiv schlechter bezahlt.
    Hinzu kommt, dass ich mich beruflich komplett umorientieren möchte, ich habe eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie begonnen. Diese Ausbildung zahle ich privat und könnte sie auch nebenberuflich fortführen.

    Nun zu meinen Fragen:
    1. Ich gehe stark davon aus, dass ich keine Tätigkeit angeboten bekommen werde, die 70 % meines letzten Bruttogehalts entspricht. Ich kann formell also eine solche Tätigkeit in den ersten sechs Monaten des Bezugs von ALG 1 als nicht zumutbar ablehnen, richtig?
    2. Ich gehe sogar davon aus, dass ich nach diesen sechs Monaten keine Arbeit angeboten bekommen werde, die im Nettolohn meinem jetztigen ALG1-Bezug entspricht. Entsprechend kann ich diese Tätigkeit dann auch ablehnen?
    3. Wird seitens der Agentur für Arbeit dann dennoch Druck aufgebaut/ auf mich ausgeübt? Ich möchte aufgrund meiner Krankheitsgeschichte mich jetzt in Ruhe auf meine neue Tätigkeit vorbereiten.
    4. Wie gehen ich da denn am geschicktesten vor? Reicht es, wenn ich ganz sachlich darauf verweise, dass die angebotene Tätigkeit nicht zumutbar ist?
    5. Zählt das ALG1, welches ich vor dem Reha-Aufenthalt (also nach der Aussteuerung durch die Krankenkasse, als ich NICHT arbeitsfähig war) schon zu den genannten Zeiträumen dazu?

    Ich habe einfach keine Kraft mich da großartig mit der Agentur für Arbeit auseinander zu setzen. Ich möchte jetzt meinen neu angschlagenen Weg in Ruhe weiter gehen.
    Ausserdem wäre es ja auch kurz- und mittelfristig unsinnig eine Tätigkeit aufzunehmen, mit der ich schlechter da stehe als mit ALG1. Es ist ja jetzt schon knapp damit.

    Ich freue mich über jeden guten Rat.

  2. #2
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    Hallo markus96,

    geht es denn bei Dir schon um einen bestimmten Vermittlungsvorschlag?

    Ungeachtet irgendwelcher Gesetze würde ich mich erstmal bewerben und falls es denn zum Vorstellungsgespräch kommt kannst Du ja dann auch Deine Lohnvorstellung anbringen. Wenn Dich dann der AG auf Grund dessen ablehnt kanst Du doch nichts dafür wenn man sich nicht einigt.

    Sollte ich Dein Problem nicht richtig verstanden habe, müsstest Du mr das denn erlären was Dein Problem ist.

    Angela

  3. #3
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    Es gibt noch keinen konkreten Vorschlag, sondern darum was ich tue, wenn konkrete Vorschläge kommen, die unter dem "zumutbaren" Gehalt liegen.
    Das ist ja eindeutig formuliert im Gesetz:

    Unzumutbarkeit aus persönlichen Gründen
    Die Unzumutbarkeit einer Beschäftigung aus persönlichen Gründen ergibt sich oftmals aus der Höhe des damit erzielten Arbeitsentgelts.

    Während der Ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Beschäftigung als unzumutbar anzusehen, wenn das hiermit zu erzielende Arbeitsentgelt mehr als 20% unter dem Arbeitsentgelt liegt, dass bei der Berechnung des Arbeitslosengeldanspruches als Bemessungsgrundlage dient. Zwischen dem dritten und sechsten Monat des Arbeitslosengeld-Bezuges ist eine Beschäftigung bei einer Einbuße von mehr als 30% als unzumutbar anzusehen.

    Mit der Dauer der Arbeitslosigkeit sinken die Anforderungen an die Zumutbarkeit der Beschäftigung. Dies führt dazu, dass ab dem siebten Monat der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung nur dann als unzumutbar anzusehen ist, wenn das aus der Beschäftigung erzielbare Nettoeinkommen unter Beachtung der mit der Beschäftigung verbundenen Aufwendungen geringer ist, als die Höhe des Arbeitslosengeldanspruches.

    Quelle: http://www.sozialleistungen.info/arb...aeftigung.html


    Ich möchte mich ja gar nicht initiativ bewerben....

    Mir geht es darum was ich tun MUSS und ob ich bei einer Ablehnung einer - wie eben nochmal beschriebenen - unzumutbaren Tätigkeit dennoch irgendwie Ärger bekommem kann.
    Oder anders formuliert : muss ich mich da irgendwie erklären oder lehne ich das ganz simpel mit Verweis auf die Unzumutbarkeit ab.

  4. #4
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    Hallo Markus,

    dann habe ich Dein Problem doch richtig erkannt.

    Ich z.B. hatte auch nie den großen Wunsch in Berlin, von mir ca. 50-70km weit und mit einen entsprechenden Arbeitsweg verbunden, mich zu bewerben. Wenn denn aber doch ein VV kam bewarb ich mich dort und wurde auch jedesmal zum Gespräch eingeladen. Meistens waren es ZAF´s oder PAV`s. Dort hab ich dann nur gesagt das ich es gut fände wenn man etwas in meiner Nähe hätte. Für mich wäre es nie das Problem bei weiter Entfernung pünktlich zur Arbeit zu kommen, aber für den ÖPNV.

    Ich hab dann auch immer alles abgegeben was man von mir forderte. Weis nicht was diese Firmen dem JC/der BA geschrieben haben. Ärger hab ich nie bekommen. Bin ja hingefahren, hab mich brav beworben und wenn mich der AG nicht möchte, dafür kann ich nichts.

    Schon im voneherein sich mit der Behörde zu zanken, dafür wäre mir meine Energien zu schade. Hab mir dann gesagt, soll doch der AG entscheiden ob ich für ihn geeignet bin. Es gab sogar schon Stellen die zu 100% mit meinem Profil übereinstimmten, auf die ich mich auch gerne beworben habe und mich auf eine Einstellung gefreut hätte und trotzdem entschied man sich nicht für mich.

    Angela

  5. #5
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    Es geht mir ausschliesslich um die Zumutbarkeit bezüglich der Bezahlung.
    Wenn von vorn herein fest steht, dass die angebotene Stelle diesbezüglich unzumutbar ist, dann muss ich mich doch nicht darauf bewerben, denke ich.

    Und wenn sich bei einem Vorstellungsgespräch dieser "Tatbestand" heraus stellt, dann will ich entsprechend ablehnen.

    Es gibt doch hier im Forum sicher auch einige, die eine Stelle oder einen Vorschlag deswegen abgelehnt haben, oder?
    Wie ist eure Erfahrung damit?

  6. #6
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    Hallo markus,

    ich staune das man im vornherein weis wieviel der AG zahlen möchte/kann. Wenn ich VV´s erhalten habe stand da nach Vereinbarung, Tarifgebunden oder jetzt eben nach Mindstlohn. Ich z.B. hatte schon mal einen Fall wo ich mich auch auf eine Stelle bewarb und meine Vorstellung zum Gehalt sagen sollte. Mir wurden damals sogar 100 DM (Stellenangebot war noch zu DM-Zeiten) mehr angeboten.

    Ich will Dir nichts unterstellen. Aber bei Dir habe ich den Eindruck das Du gar nicht arbeiten möchtest und einen Grund suchst. Das sagen mir auch schon Deine Äußerungen das Du Dich nicht initiativ bewerben möchtest.

    Du wirst es nicht glauben, habe auch schon einen VV gehabt den ich auch ganz locker hätte wegen meiner Gesunheit ablehnen können. Entsprechende Atteste lagen der Behörde schon seit Jahren vor. Hab mich aber trotzdem beworben und den AG gefragt ob er nicht eine andere Stelle hätte die meinen gesundheitlichen Gegebenheiten mehr entspricht. Aber ich wollte ja auch wieder eine Arbeit haben.

    Angela

  7. #7
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    Angela, lies doch bitte noch einmal meinen Ausgangspost.
    Da sage ich doch ganz ehrlich, dass ich mich neu orientieren möchte beruflich und das sogar selbst bezahle.
    Und das ich diese Ausbildung auch nebenberuflich weiterführen könnte (was allerdings weit schwerer wäre).
    Ich möchte mich aber nun mit Arbeit finanziell erstmal nicht schlechter stellen als ohne Arbeit.
    Das ist doch nicht unverständlich, oder?

    Ich bin jetzt davon ausgegangen, dass Arbeitgeber auch eine Gehaltsvorstellung nennen. Und da ich die Gehälter im Buch- und Einzelhandel kenne und mein ALG1, kann ich ganz gut einschätzen, dass es wahrscheinlich keine entsprechend bezahlten Tätigkeit geben wird.
    Ich möchte jetzt nicht weiter auf meine Erkrankungen eingehen, aber der Schritt mit über 50 noch einmal einen beruflichen Neuanfang zu wagen, ist mir nicht leicht gefallen...
    Ich KANN aber nicht mehr zurück in meinen letzten Job, dass darfst du/ dürft ihr mir glauben.
    Der (unter anderem) hat mich krank gemacht und ich muss jetzt einen neuen Weg gehen.

  8. #8
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    Markus,

    was Gesundheit angeht und berufliche Neuorintierung, da brauchst DU mir nichts zu erzählen. Bei mir hatte man festgestellt das nur Büro geht. Ab 25 habe ic d a nichts gefunden, weil für AG zu alt. Hätte mich damit abfinden können und nun mein lebenlang volles Hartz 4 abkassieren können. Aber ich hab dann alles versucht in de Betreuung von Leuten in besoneren Lebenslagen zu kommen. Jetzt habe ich seit April 2010 endlich ununterbrochen eine Arbeit, auch wenn nur Teilzeit. Damals habe ich mich auch so bewrben bin zwar 42, langzeitarbeitslos und schwerbehindert, möchte aber unbedingt weder eine Arbeit und kann arbeiten wie ein Pferd.

    Ich hatte auch damasl andere Lohnvorstellungen. Habe mich aber auch erst mal auf 60 Stunden im Monat zu einem Stundenlohn von 5 Euro eingelassen. Heute arbeite ich 25 Wochenstuden und verdiene ab Januar 9,50 Euro die Stunde. Bis 1.12.2016 erhalte ich noch 9 Euro die Stunde.
    Um mein Ziiel zu erreiche hbe ich jeden 1 Euro Job, ABM oder andere Maßnahmen angenomme die mich diesem Ziel näher gebracht haben.

    Also ich hab nichts gegen Ehrlichkeit in Bezug auf AG. Habe ich auch immer so durchgezogen. Nur darf dies dann nicht so anklingen als wenn Du einen Grund suchst die Stelle nicht zu erhalten.

    Angela

  9. #9
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    Ich wollte und will mit dir nicht über deine oder meine Erkrankungen diskutieren.

    Ich hätte einfach gerne Antworten oder Einschätzungen zu meinen Fragen im Eingangsthread.
    Nur darum geht es mir.
    Danke.

  10. #10
    Avatar von Helga40
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    Weiß die Agentur für Arbeit überhaupt, dass du eine Ausbildung in Vollzeit machst?
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