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Thema: Freiwillige Arbeitslosenversicherung - Kind - Minijob - viele Fragen

  1. #1
    Neuer Benutzer
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    Freiwillige Arbeitslosenversicherung - Kind - Minijob - viele Fragen

    Hallo liebes Forum.
    Das ist mein erster Beitrag hier, ich versuche so genau wie möglich zu sein, da ich unseren Sachverhalt recht kompliziert finde.

    Es geht um meine Partnerin:
    Sie ist freiwillig arbeitslosenversichert für ihre Selbsständigkeit im künstlerischen Bereich.
    Wir haben ein 6 monate altes Kind.
    Ich bin in Elternzeit.
    Wir beide haben einen Home-Office Job auf 450€*Basis.
    Sie hat einen akademischen Abschluss.
    Sie zahlt seit 19 Monaten ein.

    Jetzt ist die Situation so, dass wir 79€ Versicherung bezahlen und praktisch nichts reinkommt über ihre Freiberuflichkeit.
    Deshalb ist mein Gedanke, die Versicherung in Anspruch zu nehmen.

    Nun tauchen aber viele Fragen bei mir auf:
    • [* Den Mini-Job müsste sie meiner Meinung nach auf Eis legen, da der ja angerechnet wird. Wäre das Sinnvoll?]
      [* Sie muss ja dem Arbeitsmarkt 15h in der Woche zur Verfügung stehen. Das wäre gegeben, da ich ja Elternzeit habe. Was passiert, wenn meine Elternzeit endet und sie nicht vermittelt wurde. Muss sie dann HartzIV beantragen?]
      [* Mit welchen Vermittlungsmaßnahmen müssen wir rechnen? Muss man alles annehmen, also auch andere Felder wie beispielsweise Kassiererin, Callcenter, etc...]
      [* Kann/muss sie sich während der ALG1 Bezugszeit über die Künstlersozialkasse versichern? Man darf ja bis zu 15h weiter in seiner Freiberuflichkeit arbeiten. Wie wäre das geregelt?]
      [* Was passiert, wenn ein Jobangebot oder eine Maßnahme des Amtes vorgeschlagen wird, aber sie aufgrund der Kindererziehung dieses dann nicht wahrnehmen kann? (Kind ist krank, Kind wird noch gestillt, Kind schreit nur, etc... um ein paar Beispiele zu nennen) - Wird dann sanktioniert?]
      [* Unter welchen Umständen kann das Arbeitsamt generell die ALG1 Einzahlungen beenden? Es ist ja eine Versicherung und sie können ja sagen, dass meinen seinen Teil des Vertrages nicht erfüllt, etc.]


    Alles in allem bin ich sehr unsicher, was das Thema angeht, aber die Versicherungsgebühr nagt am Geldbeutel und die Alternative wäre eben das Arbeitslosengeld.

    Wie seht ihr die Situation?
    Ich bin dankbar für Erfahrungen / Tipps und generelle Infos.

    Liebe Grüße!

  2. #2
    Profi Avatar von Pharao
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    Zitat Zitat von erikpaul Beitrag anzeigen
    [* Den Mini-Job müsste sie meiner Meinung nach auf Eis legen, da der ja angerechnet wird. Wäre das Sinnvoll?]
    Hi,

    es gibt hier aber Freibeträge beim Nebeneinkommen, sodass nur ein Teil auf das Alg1 angerechnet wird.

    [* Sie muss ja dem Arbeitsmarkt 15h in der Woche zur Verfügung stehen. Das wäre gegeben, da ich ja Elternzeit habe. Was passiert, wenn meine Elternzeit endet und sie nicht vermittelt wurde. Muss sie dann HartzIV beantragen?]
    Keine Ahnung wie lange deine Elternzeit geht, aber das Alg1 endet nach Ablauf der Anspruchsdauer. Und natürlich kann sich die Anspruchdauer u.a. auch durch Sperren mindern, sodass wir hier nur munter rumraten können, wie lange euch Alg1 zustehen würde. Und da keiner zu einer Leistung gezwungen wird (egal ob Alg1 oder Alg2, etc.), müssen tut sie schon mal garnix.

    [* Mit welchen Vermittlungsmaßnahmen müssen wir rechnen? Muss man alles annehmen, also auch andere Felder wie beispielsweise Kassiererin, Callcenter, etc...]
    Grundsätzlich gibt es keinen "Berufschutz", sodass man sich hier nicht darauf berufen kann, weil das zB nicht der erlernte Beruf ist auf den man sich jetzt bewerben soll. Was also zumutbar ist im Alg1 Bezug und was nicht, das regelt der §140 SGBIII.

    [* Was passiert, wenn ein Jobangebot oder eine Maßnahme des Amtes vorgeschlagen wird, aber sie aufgrund der Kindererziehung dieses dann nicht wahrnehmen kann? (Kind ist krank, Kind wird noch gestillt, Kind schreit nur, etc... um ein paar Beispiele zu nennen) - Wird dann sanktioniert?]
    Voraussetzung für den Alg1 Bezug ist u.a. aber Zitat §138 SGB III Abs.5:

    "Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer


    1. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf,
    2. Vorschlägen der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung zeit- und ortsnah Folge leisten kann,
    3. bereit ist, jede Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 anzunehmen und auszuüben, und
    4. bereit ist, an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung in das Erwerbsleben teilzunehmen."


    [* Unter welchen Umständen kann das Arbeitsamt generell die ALG1 Einzahlungen beenden? Es ist ja eine Versicherung und sie können ja sagen, dass meinen seinen Teil des Vertrages nicht erfüllt, etc.]
    Wenn man die Voraussetzungen für den Alg1 Bezug nicht mehr erfüllt oder wenn man zu viele Sperren im Alg1 Bezug gesammelt hat.

    Alles in allem bin ich sehr unsicher, was das Thema angeht, aber die Versicherungsgebühr nagt am Geldbeutel und die Alternative wäre eben das Arbeitslosengeld.
    Also wenn die Selbstständigkeit jetzt nur an dieser Versicherungsgebühr von lächerlichen 79€ scheitert, dann stimmt doch wahrscheinlich das ganze Konzept der Selbstständigkeit nicht. Und wenn du Alg1 als Alternative zur Selbstständigkeit sieht, dann klingt das für mich erstmal nicht so, als würdet ihr generell an eurer Situation was ändern wollen. Alg1 ist doch kein Job!

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